Größe, Gewicht & Lebenserwartung
Rüden
- 27 bis 32 kg
- 58 bis 67 cm
- 12 bis 14 Jahre
Hündinnen
- 24 bis 29 kg
- 55 bis 62 cm
- 12 bis 14 Jahre
Herkunft & Geschichte
Die Wurzeln des Irish Setters liegen im Irland des 18. Jahrhunderts. Er wurde dort gezielt als Jagd-Gebrauchshund gezüchtet und war bereits damals im Typ klar erkennbar. Seine Vorfahren waren die einheimischen irischen Setter, der Irish Red and White Setter sowie eingekreuzte einfarbig rote Hunde. Manche Kynologen vermuten zusätzlich Pointer und Spaniel in seinem Stammbaum. Ursprünglich waren die meisten Setter in Irland rot-weiß gefleckt; mit der Zeit selektierten Züchter aber immer stärker auf die rein rote Farbe, die im Feld besser sichtbar war und als besonders edel galt.
1882 wurde der Irish Red Setter Club gegründet, um die Rasse zu fördern. Schon im selben Jahr entschied man, die roten und die rot-weißen Setter zuchttechnisch zu trennen. So entstand die eigenständige Rasse des Irish Red Setters. Der erste offizielle Rassestandard folgte 1886. Laut FCI wird der Irish Setter heute in Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 2.2 (Britische und Irische Vorstehhunde) unter der Standardnummer 120 geführt, mit Arbeitsprüfung.
Seine Aufgabe bei der Jagd war und ist das Vorstehen: Der Hund spürt das Wild auf und zeigt es an, indem er reglos stehen bleibt und mit Körper und Schnauze in die Richtung der Beute deutet. Damit teilt er seine Wurzeln mit anderen Vorstehhunden wie dem Pointer. Heute unterscheidet man zwei Linien: die sehr aktive, fordernde Arbeitslinie und eine etwas ausgeglichenere Showlinie, die vor allem als Begleithund gezüchtet wird.
Charakter & Wesen
Der Irish Setter gilt als eifrig interessiert, intelligent und voller Tatendrang. Gleichzeitig ist er liebevoll, anhänglich und seinen Menschen tief ergeben. Fremden gegenüber tritt er freundlich und ohne Misstrauen auf; für die Rolle des Wachhunds ist er schlicht zu wohlgesonnen. Diese herzliche, manchmal überschwängliche Art macht ihn zu einem wunderbaren Begleiter für gesellige, aktive Familien.
Bei aller Freundlichkeit hat der Ire aber auch einen ausgeprägten eigenen Kopf. Ihm wird gerne ein gewisser „irischer Dickkopf" nachgesagt: Er lernt schnell, hinterfragt aber auch den Sinn einer Übung und schaltet bei stupidem Drill oder Langeweile schlicht ab. Hinzu kommt, dass Setter zum Teil erst spät erwachsen werden und ihre verspielte, kindliche Seite lange behalten.
Wer ihn mit Geduld, positiver Verstärkung und einer liebevoll-klaren Führung erzieht, gewinnt einen sensiblen, fast gedankenlesenden Partner mit großem „Will to Please". Kindliche Übertreibungen nimmt der gutmütige Setter meist gelassen hin und zieht sich zurück, wenn es ihm zu viel wird. Anders als ein gemütlicher Weimaraner im Ruhemodus läuft der Setter aber praktisch ständig auf Betriebstemperatur. Leerlauf ist nicht seine Stärke.
Gesundheit & rassetypische Besonderheiten
Der Irish Setter gilt grundsätzlich als robuste, gesunde Rasse. Wie viele Rassehunde neigt er aber zu einigen erblichen Prädispositionen, auf die verantwortungsvolle Züchter ihre Elterntiere testen. Häufiger vorkommend sind die Hüftgelenksdysplasie (HD) und die Ellbogengelenksdysplasie (ED), Fehlentwicklungen der Gelenke, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen können. Tierärzt:innen empfehlen hier Röntgenuntersuchungen der Elterntiere. Ebenfalls bekannt ist die Progressive Retinaatrophie (PRA), eine fortschreitende Augenerkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann; sie lässt sich heute per DNA-Test sicher abklären.
Eine rassetypische Besonderheit ist das erhöhte Risiko für eine Magendrehung (Magendilatations-Volvulus). Wie viele große Hunde mit tiefem Brustkorb ist auch der Setter dafür anfällig, und es gibt Hinweise auf eine erbliche Komponente. Bei ersten Anzeichen wie starker Unruhe, einem aufgeblähten Bauch oder erfolglosem Würgen ist sofort tierärztliche Hilfe nötig, denn die Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Daneben kommen seltener Epilepsie sowie die Immunschwächekrankheit CLAD (Canine Leukozytenadhäsionsdefizienz) vor. Letztere ist durch konsequente Zuchttests inzwischen weitgehend zurückgedrängt.
Die wichtigste Stellschraube für ein gesundes Setterleben ist die Wahl eines seriösen Züchters: Achte darauf, dass er einem Rassezuchtverein angehört und dir Gesundheitszeugnisse der Elterntiere (HD/ED, PRA, CLAD) vorlegen kann. In Kombination mit regelmäßiger tierärztlicher Vorsorge, jährlichen Augenchecks und einer durchdachten Fütterung lässt sich vielen Problemen vorbeugen. Die Lebenserwartung liegt dann meist bei stattlichen 12 bis 14 Jahren.
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Ernährung
Als großer, hochaktiver Hund hat der Irish Setter einen ordentlichen Energiebedarf, allerdings nur, wenn er auch entsprechend gefordert wird. Bewegt er sich zu wenig, neigt er rasch zu Übergewicht, was wiederum die Gelenke belastet. Eine bedarfsgerechte, hochwertige Fütterung mit klarer Portionskontrolle ist deshalb wichtig. Omega-3-Fettsäuren unterstützen Haut, das prachtvolle Fell und die Gelenkgesundheit, während knorpelaufbauende Stoffe wie Glucosamin für gelenkbelastete Rassen sinnvoll sein können.
Zwei Punkte verdienen beim Setter besondere Aufmerksamkeit. Erstens: Wegen der Anfälligkeit für eine Magendrehung empfehlen Tierärzt:innen, die Tagesration auf mehrere kleinere Mahlzeiten zu verteilen und dem Hund vor und nach dem Fressen eine Ruhephase zu gönnen, kein wildes Toben mit vollem Magen. Zweitens reagieren manche Setter empfindlich auf Getreide und können Unverträglichkeiten entwickeln; eine gut verträgliche, getreidefreie Rezeptur kann den Magen-Darm-Trakt entlasten. Beobachte deinen Hund, kontrolliere regelmäßig sein Gewicht und passe die Futtermenge an sein Aktivitätslevel an.
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Haltung & Beschäftigung
Der Irish Setter ist ein Hund für Menschen, die ihr Leben gerne draußen und in Bewegung verbringen. Mit ein paar Runden um den Block ist es nicht getan: Er braucht täglich ausgiebige, abwechslungsreiche Bewegung und dazu Aufgaben, die seinen wachen Kopf fordern. Ein gut ausgelasteter Setter ist ein angenehmer, ausgeglichener Hausgenosse. Ein unterforderter dagegen wird schnell zappelig und sucht sich seine eigene Beschäftigung.
Er eignet sich besonders für:
- Aktive Familien und Sportler, die ihn auf langen Spaziergängen, beim Joggen oder Radfahren mitnehmen
- Hundesport wie Dummytraining, Fährtenarbeit, Mantrailing oder Apportierspiele
- Halter mit Haus und Garten oder naturnahem Umfeld, auch Wohnungshaltung ist möglich, wenn die Auslastung stimmt
- Menschen mit etwas Hundeerfahrung, die Geduld und Konsequenz mitbringen
Weil der Setter so menschenbezogen ist, gehört er mitten ins Familienleben und sollte nicht über längere Zeit allein bleiben müssen. Geistige Auslastung über Suchspiele, Nasenarbeit oder kleine Trainingseinheiten ist genauso wichtig wie das körperliche Auspowern.
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Vorteile des Irish Setters
- Freundliches Familienwesen: Er ist herzlich, gutmütig und kinderlieb, ein geselliger Begleiter, der gerne mittendrin ist.
- Hohe Intelligenz: Der Setter lernt schnell und denkt mit, was ihn für vielfältige Hundesportarten interessant macht.
- Ausdauernder Sportpartner: Für aktive Menschen ist sein nahezu unerschöpfliches Temperament ein echter Pluspunkt.
- Wenig Aggression: Fremden und anderen Hunden begegnet er meist offen und friedlich.
- Robuste Grundkonstitution: Bei guter Zucht und Vorsorge ist er ein langlebiger, vitaler Hund.
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Herausforderungen des Irish Setters
- Sehr hoher Bewegungsbedarf: Ohne tägliche, intensive Auslastung wird er unausgeglichen. Plane reichlich Zeit für Bewegung und Beschäftigung ein.
- Eigenwilliger Charakter: Der „irische Dickkopf" braucht eine konsequente, motivierende Erziehung mit positiver Verstärkung; stures Drillen funktioniert nicht.
- Pflegeintensives Fell: Die lange Befederung neigt zum Verfilzen. Nahezu tägliches Bürsten und gelegentliches Stutzen gehören dazu.
- Gesundheitliche Prädispositionen: HD/ED, PRA und das Risiko einer Magendrehung erfordern eine sorgfältige Züchterwahl und aufmerksame Fütterung.
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Der Irish Setter ist ein Hund mit viel Herz und noch mehr Energie, ideal für aktive Einzelpersonen oder Familien, die viel Zeit in der Natur verbringen und einen anhänglichen, fröhlichen Partner an ihrer Seite haben möchten. Besonders macht ihn die Kombination aus eleganter Erscheinung, herzlichem Wesen und unermüdlichem Temperament.
Als Familienhund ist er dank seiner Gutmütigkeit hervorragend geeignet, solange er ausreichend ausgelastet wird und nicht über Stunden allein bleiben muss. In der Erziehung verlangt er Geduld, Konsequenz und Kreativität: Mit Druck erreicht man beim sensiblen Iren wenig, mit Motivation und einer guten Bindung dagegen sehr viel.
Nicht der richtige Hund ist der Setter für bequeme oder sehr beschäftigte Menschen, die wenig Zeit für lange Spaziergänge, Hundesport und Fellpflege haben. Wer ihm aber den passenden Rahmen bieten kann, gewinnt einen treuen, lebensfrohen Gefährten für viele Jahre.
Häufige Fragen zum Irish Setter
Ist der Irish Setter ein guter Anfängerhund?
Nur bedingt. Sein hoher Bewegungsbedarf und sein eigenwilliger Charakter stellen Einsteiger schnell vor Herausforderungen. Mit der Bereitschaft, sich intensiv mit Erziehung und Auslastung zu beschäftigen, kann er aber auch für motivierte Ersthundehalter funktionieren.
Wie viel Bewegung braucht ein Irish Setter?
Sehr viel. Er braucht täglich mehrere Stunden ausgiebige Bewegung plus geistige Beschäftigung. Lange Spaziergänge, Joggen, Radfahren oder Hundesport sind ideal. Ein kurzer Gassigang reicht ihm nicht aus.
Kann man einen Irish Setter in der Wohnung halten?
Ja, das ist möglich, wenn er draußen ausreichend ausgelastet wird. Ein Haus mit Garten und naturnahes Umfeld erleichtern die Haltung jedoch deutlich, da der Setter viel Platz und Auslauf liebt.
Haart der Irish Setter stark und ist er für Allergiker geeignet?
Der Setter haart saisonal moderat und braucht regelmäßige Fellpflege. Für Allergiker:innen ist er nicht besonders geeignet, da er Haare und Hautschuppen verliert.
Ist der Irish Setter kinderlieb?
Ja, er gilt als ausgesprochen gutmütig und familienfreundlich. Kindliche Übertreibungen nimmt er meist gelassen hin und zieht sich zurück, wenn es ihm zu viel wird. Wie bei jedem Hund sollten Kind und Tier dennoch nie unbeaufsichtigt zusammen sein.
Wie alt wird ein Irish Setter?
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 12 bis 14 Jahren. Eine seriöse Zucht, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßige tierärztliche Vorsorge tragen maßgeblich zu einem langen, gesunden Hundeleben bei.
