Ernährung Informativ

Futterumstellung beim Hund

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin Juli 2026

Eine Futterumstellung beim Hund gelingt am besten schrittweise: Mische das neue Futter über etwa sieben bis zehn Tage in immer größeren Anteilen unter das alte, damit sich der Magen-Darm-Trakt anpassen kann. Leichte Verdauungsbeschwerden in den ersten Tagen sind normal, ein zu schneller Wechsel ist die häufigste Ursache für Durchfall. In diesem Guide bekommst du den kompletten Fahrplan: wann eine Umstellung sinnvoll ist, wie lange sie dauert, wie du sie Tag für Tag durchführst und was du bei Problemen tust.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Immer schrittweise: Stelle das Futter langsam um und erhöhe den Anteil des neuen Futters nach und nach. Ein abrupter Wechsel überfordert die Verdauung.
  • Dauer: Bei den meisten Hunden reichen 7 bis 10 Tage. Sensible Hunde, Welpen und Senioren brauchen 2 bis 4 Wochen.
  • Symptome: Weicher Kot, Blähungen oder gelegentliches Erbrechen können in der Übergangsphase auftreten und bessern sich meist von selbst.
  • Durchfall: Nimm den Anteil des neuen Futters wieder zurück, sorge für frisches Wasser und beobachte deinen Hund.
  • Zum Tierarzt: Halten Durchfall oder Erbrechen länger als 48 Stunden an, kommt Blut im Stuhl oder Teilnahmslosigkeit dazu, lass das tierärztlich abklären.
  • Menge anpassen: Nass- und Trockenfutter liefern pro Gramm unterschiedlich viele Kalorien. Berechne die passende Futtermenge beim Wechsel neu.

Wann und warum eine Futterumstellung sinnvoll ist

Eine Futterumstellung ist immer dann sinnvoll, wenn sich der Bedarf deines Hundes ändert oder das aktuelle Futter nicht mehr passt. Die häufigsten Gründe sind ein Wechsel der Lebensphase, gesundheitliche Auslöser und der Wunsch nach besserer Qualität oder Verträglichkeit.

Im Detail steckt dahinter meist einer dieser Anlässe:

  • Neue Lebensphase: Welpen wechseln irgendwann von Welpen- auf Erwachsenenfutter, ältere Hunde profitieren oft von einem angepassten Seniorfutter mit weniger Kalorien und hochwertigem Eiweiß.
  • Gesundheitliche Gründe: Unverträglichkeiten, Allergien, Übergewicht oder Erkrankungen können ein spezielles Futter nötig machen.
  • Nach einer Kastration: Der Energiebedarf sinkt, viele Hunde brauchen danach eine kalorienärmere Rezeptur.
  • Bessere Qualität oder Verträglichkeit: Vielleicht möchtest du auf ein hochwertigeres, rassenspezifisches oder getreidefreies Futter umsteigen.
  • Marken- oder Sortenwechsel: Manchmal zwingt ein Lieferengpass oder eine Rezepturänderung zum Wechsel.

Wenn du grundsätzlich überlegst, welche Rezeptur zu deinem Hund passt, hilft dir unser Ratgeber zur rassenspezifischen Ernährung weiter. Wichtig zu wissen: Ein gesunder Hund braucht nicht ständig ein neues Futter. Hat er eine Sorte gefunden, die er gut verträgt und gerne frisst, darfst du ruhig dabei bleiben.

Neue Futtermenge nicht vergessen: Nass- und Trockenfutter haben unterschiedliche Energiedichten. Berechne die passende Portion für deinen Hund neu.
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Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?

Bei den meisten gesunden Hunden dauert eine Futterumstellung 7 bis 10 Tage. In dieser Zeit erhöhst du den Anteil des neuen Futters schrittweise. Sensible Hunde, Welpen und Senioren brauchen länger, hier planst du besser 2 bis 4 Wochen ein. Bis sich die Darmflora vollständig an die neue Zusammensetzung gewöhnt hat, können insgesamt rund 3 bis 4 Wochen vergehen.

7–10 Tage
aktive Umstellung bei den meisten Hunden
2–4 Wochen
bei sensiblen Hunden, Welpen und Senioren
bis 4 Wochen
bis sich die Darmflora angepasst hat

Die Grundregel lautet: langsam ist besser. Auch die tiermedizinische Ernährungsberatung der Cummings School of Veterinary Medicine an der Tufts University empfiehlt, neues Futter über mindestens eine Woche einzuschleichen, und weist darauf hin, dass manche Hunde sogar 4 bis 6 Wochen brauchen, um Magenverstimmungen zu vermeiden. Jeder Hund ist eben ein Individuum. Beobachte deinen Vierbeiner und richte dich nach seinem Tempo, nicht nach dem Kalender.

Schritt für Schritt: der Umstellungsplan

So funktioniert die Umstellung: Du beginnst mit einem kleinen Anteil neuem Futter und erhöhst ihn alle paar Tage, bis der Napf komplett auf das neue Futter umgestellt ist. Der folgende Plan über 10 Tage ist für die meisten gesunden Hunde ideal.

Zeitraum Altes Futter Neues Futter
Tag 1 bis 3 75 % 25 %
Tag 4 bis 6 50 % 50 %
Tag 7 bis 9 25 % 75 %
Ab Tag 10 0 % 100 %

Achte in jeder Phase auf die empfohlenen Futtermengen beider Sorten, gerade beim Wechsel zwischen Nass- und Trockenfutter. Hat dein Hund einen empfindlichen Magen, darfst du sanfter starten: Beginne mit nur 10 bis 20 % neuem Futter und verändere das Verhältnis erst alle 4 bis 7 Tage. So streckst du die Umstellung auf zwei bis vier Wochen und gibst dem Verdauungstrakt mehr Zeit. Der wichtigste Punkt: Beobachte täglich Kot, Appetit und Wohlbefinden. Sehen die Häufchen gut aus und frisst dein Hund entspannt, kannst du zur nächsten Phase übergehen.

Besonders bei empfindlichen Hunden kann eine begleitende Magen-Darm-Kur die Umstellung sanfter machen, indem sie die Darmflora unterstützt.

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  • Für die Verdauung: Prä- und Probiotika unterstützen die Darmflora, besonders während einer Futterumstellung.
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  • Ergänzung, kein Ersatz: einfach übers Futter geben, kein Ersatz für die tierärztliche Abklärung bei anhaltenden Beschwerden.
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Welche Symptome sind normal?

Leichte Verdauungsbeschwerden während der Umstellung sind normal und meist harmlos. Weicher Kot, etwas mehr Blähungen, ein leises Bauchgrummeln oder gelegentliches Erbrechen können auftreten, weil sich die Darmflora erst an die neue Zusammensetzung gewöhnen muss. In der Regel legt sich das innerhalb weniger Tage von selbst.

Typisch für die Übergangsphase sind unter anderem Blähungen, eine etwas weichere Kotkonsistenz, eine vorübergehend größere Kotmenge und, seltener, einmaliges Erbrechen. Solange dein Hund fit wirkt, normal trinkt und Appetit hat, ist das kein Grund zur Sorge. Zeigt sich eines dieser Symptome, reduziere einfach den Anteil des neuen Futters wieder etwas und erhöhe ihn langsamer.

Durchfall nach der Futterumstellung: was tun?

Durchfall nach der Futterumstellung entsteht fast immer, weil zu schnell zu viel neues Futter im Napf gelandet ist. Die beste Sofortmaßnahme: Geh im Plan einen Schritt zurück, mische wieder mehr vom alten Futter unter und halte diesen Anteil, bis sich der Kot beruhigt. Danach erhöhst du langsamer als zuvor.

Konkret hilft dir dieses Vorgehen:

  • Reduziere den Anteil des neuen Futters und bleibe ein paar Tage auf dieser Stufe, statt weiter zu erhöhen.
  • Stelle immer frisches Wasser bereit, damit dein Hund den Flüssigkeitsverlust ausgleichen kann.
  • Beobachte die Kotkonsistenz. Ein Blick auf die verschiedenen Kot-Arten und ihre Bedeutung hilft dir einzuordnen, was normal ist.
  • Bleib bei einer neuen Sorte und teste nicht mehrere gleichzeitig, sonst kommt der Darm nicht zur Ruhe.

Mehr Hintergrund zu anhaltenden Beschwerden findest du in unserem Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

Umstellung nach Kastration, bei Welpen und Senioren

Welpen, Senioren und frisch kastrierte Hunde stellst du besonders behutsam um, weil ihr Bedarf und ihre Verdauung empfindlicher sind. Die Grundregel bleibt gleich, du planst nur mehr Zeit ein und beobachtest genauer.

Welpen: Behalte in den ersten Wochen zu Hause zunächst das Futter des Züchters bei und wechsle erst danach schrittweise. Wann der Umstieg vom Welpen- auf Erwachsenenfutter ansteht, hängt von der Rassegröße ab. Alle Details dazu findest du in unserem Ratgeber, wie du von Welpen- auf Erwachsenenfutter umstellst.

Senioren: Im Alter arbeitet der Stoffwechsel langsamer und der Energiebedarf sinkt. Strecke die Umstellung ruhig über zwei bis drei Wochen und achte auf hochwertiges Eiweiß.

Nach der Kastration: Der Kalorienbedarf sinkt spürbar, das Risiko für Übergewicht steigt. Eine Umstellung auf eine kalorienärmere Rezeptur ist oft sinnvoll, sollte aber genauso langsam erfolgen wie jede andere.

Nass-, Trocken- oder BARF-Futter umstellen

Ein Wechsel zwischen Nass-, Trocken- und BARF-Futter ist gut möglich, sollte aber ebenso schrittweise erfolgen wie ein Sortenwechsel. Der wichtigste Unterschied liegt in der Energiedichte: Trockenfutter liefert pro Gramm deutlich mehr Kalorien als Nassfutter. Rechne die Futtermenge deshalb nach der jeweiligen Herstellerangabe neu aus, statt einfach das gleiche Gewicht zu füttern.

Auch die Verdauung reagiert unterschiedlich: Nassfutter hat einen hohen Wasseranteil und verlässt den Magen meist schneller, während Trockenfutter erst aufquellen und aufgeschlossen werden muss. Deshalb verändern sich Kotmenge und -konsistenz beim Wechsel oft spürbar, das ist zunächst normal. Ein beliebter Weg ist die Mischfütterung, zum Beispiel morgens Trockenfutter und abends Nassfutter. Wenn du dir grundsätzlich unsicher bist, welche Futterart zu deinem Hund passt, hilft dir unser Vergleich von BARF, Trocken- und Nassfutter weiter. Beim Umstieg auf BARF gilt besondere Vorsicht, weil hier das Wissen um Nährstoffbedarf und Zusammensetzung entscheidend ist. Im Zweifel lohnt sich eine tierärztliche Beratung.

Wenn dein Hund das neue Futter nicht mag

Verweigert dein Hund das neue Futter, hilft meist Geduld und ein sanfter Akzeptanz-Trick, statt Zwang. Manche Vierbeiner brauchen einfach etwas länger, um sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen.

Das kannst du versuchen: Feuchte das neue Futter mit etwas warmem Wasser oder ungesalzener Brühe an, das verstärkt den Geruch und macht es attraktiver. Biete das Futter in Ruhe an, am besten nach dem Spaziergang. Setze Leckerlis nur sparsam ein, da sie die Kalorienbilanz verfälschen. Frisst dein Hund dauerhaft schlecht oder verweigert er komplett, steckt manchmal mehr dahinter. Unser Ratgeber zum Futtermanagement bei mäkeligen Hunden gibt dir weitere Strategien an die Hand.

Sonderfälle: Allergien, Diät- und Nierenfutter

Bei Futtermittelallergien, Übergewicht oder Erkrankungen wie einer Niereninsuffizienz ist eine Umstellung oft Teil der Behandlung und sollte tierärztlich begleitet werden. Hier geht es nicht nur um das Wie, sondern vor allem um das richtige Futter.

Bei Unverträglichkeiten und Allergien hilft eine Ausschlussdiät mit einer neuen, gut verträglichen Proteinquelle. Achte darauf, dass auch alle Snacks und Kauartikel angepasst werden, sonst verfälschen sie das Ergebnis. Mehr dazu in unserem Allergieguide. Bei Übergewicht setzt du auf ein kalorienreduziertes Futter mit mehr Ballaststoffen und ausreichend Eiweiß, damit dein Hund satt bleibt. Weil ballaststoffreiches Futter schwerer verdaulich ist, stellst du hier besonders langsam um. Bei Erkrankungen wie einer Niereninsuffizienz ist ein spezielles Diätfutter nötig. Solche Umstellungen gehören immer in die Hände deiner Tierärztin oder deines Tierarztes, da Zusammensetzung und Timing entscheidend sind.

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Unser Fazit

  1. Stelle das Futter deines Hundes immer schrittweise um, ein abrupter Wechsel ist die häufigste Ursache für Durchfall.
  2. Bei den meisten Hunden dauert die Umstellung 7 bis 10 Tage, bei sensiblen Hunden, Welpen und Senioren 2 bis 4 Wochen.
  3. Halte dich an einen klaren Phasen-Plan und erhöhe den Anteil des neuen Futters nur, wenn Kot und Appetit gut aussehen.
  4. Weicher Kot, Blähungen oder einmaliges Erbrechen sind normal und bessern sich meist von selbst.
  5. Bei Durchfall gehst du im Plan einen Schritt zurück, sorgst für frisches Wasser und stellst langsamer um.
  6. Passe die Futtermenge an, wenn du zwischen Nass- und Trockenfutter wechselst, die Energiedichte ist unterschiedlich.
  7. Bei anhaltenden Beschwerden über 48 Stunden, Blut im Stuhl oder Teilnahmslosigkeit gehört dein Hund in die Tierarztpraxis. 🐾

Häufige Fragen zur Futterumstellung

Wie lange dauert eine Futterumstellung beim Hund?

Bei den meisten gesunden Hunden dauert die aktive Umstellung 7 bis 10 Tage. Sensible Hunde, Welpen und Senioren brauchen eher 2 bis 4 Wochen. Bis sich die Darmflora vollständig an das neue Futter gewöhnt hat, können insgesamt rund 3 bis 4 Wochen vergehen. Richte dich nach dem Wohlbefinden deines Hundes, nicht starr nach dem Kalender.

Kann ich die Futtermarke einfach wechseln?

Ja, ein Wechsel der Futtermarke ist in der Regel problemlos möglich, solange du langsam vorgehst. Führe das neue Futter schrittweise ein und erhöhe den Anteil über mehrere Tage, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Warum hat mein Hund Durchfall nach der Futterumstellung?

Meist wurde zu schnell zu viel neues Futter gefüttert, sodass sich die Darmflora nicht anpassen konnte. Nimm den Anteil des neuen Futters wieder zurück, halte diese Stufe ein paar Tage und sorge für frisches Wasser. Hält der Durchfall länger als 48 Stunden an oder kommt Blut im Stuhl dazu, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Was tun, wenn mein Hund das neue Futter nicht verträgt?

Reduziere zunächst den Anteil des neuen Futters und beobachte, ob sich die Beschwerden bessern. Manche Hunde vertragen bestimmte Inhaltsstoffe nicht. Halten die Probleme an oder kehren sie zurück, sobald du den Anteil erhöhst, suche die Tierarztpraxis auf und klärt gemeinsam, welches Futter besser geeignet ist.

Wie schnell verdaut ein Hund Nass- bzw. Trockenfutter?

Nassfutter hat einen hohen Wasseranteil und verlässt den Magen in der Regel schneller als Trockenfutter, das erst aufquellen und aufgeschlossen werden muss. Insgesamt dauert die Verdauung beim Hund je nach Futterart und Hund mehrere Stunden bis etwa einen Tag. Deshalb verändern sich Kotmenge und -konsistenz beim Wechsel zwischen Nass- und Trockenfutter oft spürbar.

Was passiert, wenn ich zu schnell umstelle?

Ein zu schneller Wechsel überfordert den Magen-Darm-Trakt und führt häufig zu Durchfall, Blähungen oder Erbrechen. Das liegt nicht am neuen Futter selbst, sondern am Tempo. Im schlimmsten Fall verbindet dein Hund das neue Futter mit Bauchschmerzen und verweigert es. Geh im Zweifel lieber einen Schritt zurück und stelle langsamer um.

Ab wann sollte ich vom Welpen- auf Adult-Futter umstellen?

Der richtige Zeitpunkt hängt von der Rassegröße ab: Kleine Hunde sind früher ausgewachsen als große. Als Faustregel gilt, lieber etwas länger Welpenfutter zu füttern als zu früh umzustellen. Alle Details findest du in unserem Ratgeber dazu, wie du von Welpen- auf Erwachsenenfutter umstellst.


Über die Autorin

Helena Bröring-Veith - Med. Vet. Helena Bröring-Veith ist Tierärztin und Teil des Tierärztinnen-Teams von HEY HOLY. Nach ihrem Studium der Veterinärmedizin an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sammelte sie umfangreiche Praxiserfahrung in der Kleintiermedizin. Ernährung ist für sie ein zentraler Baustein der Gesundheit: Viele rassetypische Beschwerden lassen sich durch die richtige Fütterung vorbeugen oder lindern. In ihren Ratgebern übersetzt sie tiermedizinisches Wissen in alltagstaugliche Empfehlungen. Mehr über das Team erfährst du auf unserer Über-uns-Seite.