Medizinisch Parasiten

Würmer beim Hund: erkennen, Arten und Ansteckungswege

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Würmer beim Hund erkennst du selten am Wurm selbst, sondern an Begleitzeichen: weicher oder wechselnder Kot, aufgeblähter Bauch bei Welpen, stumpfes Fell, schuppige Haut, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit. Sichtbare Wurmteile im Kot kommen vor, sind aber die Ausnahme und nicht die Regel. Ein Hund ohne Symptome kann trotzdem Würmer haben.

Mit Würmern oder Entwurmungen haben sicherlich alle Hundebesitzer bereits Kontakt gehabt. Bei unseren Hunden ist ein Befall mit den kleinen Darmparasiten an der Tagesordnung. In kleiner Menge sind Würmer auch nicht dramatisch. In diesem Artikel geht es darum, welche Wurmarten in Deutschland wirklich relevant sind, wie sich Hunde anstecken, was für den Menschen gilt und warum eine Kotuntersuchung ein negatives Ergebnis liefern kann, obwohl Würmer da sind.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Erkennen: meist an Durchfall, Erbrechen, stumpfem Fell, schuppiger Haut und Wachstumsstörungen bei jungen Hunden, seltener an sichtbaren Würmern.
  • Relevant in Deutschland sind vor allem Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer, Fuchs- und Hundebandwurm, der Gurkenkernbandwurm und Lungenwürmer.
  • Ansteckung über Wurmeier aus der Umwelt, über Beutetiere, über rohes Fleisch, über Flöhe und Schnecken, bei Welpen schon im Mutterleib und über die Milch.
  • Der wichtigste Satz zur Diagnose: Können Würmer nachgewiesen werden, sind sie auch da. Kann man keine nachweisen, heißt das nicht, dass der Hund wurmfrei ist.
  • Warum: Spulwürmer scheiden erst 4 bis 8 Wochen nach der Ansteckung Eier aus. Vorher ist jede Kotprobe negativ.
  • Zoonose: Spulwurmeier und Bandwurmeier sind für Menschen gefährlich, besonders für Kinder. Regelmäßige Entwurmung ist auch Familienschutz.
  • Hausmittel wie Pferdehaare, Zwiebeln oder Kokosöl haben keinen Wirksamkeitsnachweis und können schaden.

Wie erkennt man Würmer beim Hund?

An den Symptomen, nicht an den Würmern. Typisch sind Durchfall und Erbrechen, gestörte Nährstoffverwertung, stumpfes Fell und schuppige Haut, bei jungen Hunden dazu Wachstumsstörungen und ein aufgetriebener Bauch. Sichtbare Würmer im Kot sind ein sicheres Zeichen, ihr Fehlen aber kein Beweis für das Gegenteil.

Die Symptome einer Wurminfektion können je nach Wurmart unterschiedlich sein. Die meisten verursachen milde Magen-Darm-Symptome bis hin zu häufigem Erbrechen und Durchfall. Gerade bei Welpen schädigen sie oft nachhaltig das Immunsystem, führen zu Nährstoffdefiziten und können sogar eine Blutarmut oder einen Darmverschluss verursachen.

Einige Wurmarten verursachen spezielle Symptome. Lungen- und Herzwürmer können für Husten und Leistungsschwäche verantwortlich sein, weshalb ein hustender Hund nicht automatisch eine Erkältung hat. Was du bei akuten Magen-Darm-Symptomen tun kannst, steht in unserem Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

Die häufigsten Anzeichen im Überblick

  • wechselnder, weicher oder schleimiger Kot, teilweise mit Blutbeimengungen
  • Erbrechen, bei starkem Spulwurmbefall auch mit sichtbaren Würmern
  • aufgeblähter Bauch, besonders bei Welpen
  • stumpfes Fell und schuppige Haut
  • Gewichtsverlust oder ausbleibende Gewichtszunahme trotz normalem Fressverhalten
  • Husten und Leistungsschwäche bei Lungen- und Herzwürmern
  • Rutschen auf dem Po, das allerdings deutlich häufiger an den Analdrüsen liegt als an Würmern

Wichtig zur Einordnung: Viele Hunde mit einem geringen Wurmbefall zeigen überhaupt keine Symptome. Sie scheiden trotzdem Eier aus und sind damit eine Ansteckungsquelle für andere Hunde und für Menschen. Das ist der eigentliche Grund für eine regelmäßige Kontrolle.

Hund liegt entspannt beim Tierarzt

Würmer im Kot: wie sie aussehen

Sichtbare Würmer im Hundekot sehen je nach Art sehr unterschiedlich aus. Spulwürmer erscheinen als weißliche bis hellbraune, spaghettiartige Würmer von mehreren Zentimetern Länge. Bandwürmer zeigen sich meist nicht als ganzer Wurm, sondern als kleine, reiskorn- bis gurkenkernförmige weiße Glieder, die auch am Fell rund um den After kleben können.

Diese Bandwurmglieder bewegen sich frisch abgesetzt noch und trocknen später zu harten, gelblichen Körnchen ein. Wer sie am Hundekörbchen oder in der Decke findet, hat den häufigsten Zufallsbefund überhaupt gemacht.

Haken- und Peitschenwürmer sind dagegen mit bloßem Auge praktisch nie zu sehen, weil sie zu klein sind und sich in der Darmschleimhaut festsetzen. Bei ihnen fällt eher der Kot selbst auf: Peitschenwürmer verursachen typischerweise Durchfall mit Schleim und teilweise frischem Blut. Eine Übersicht darüber, was verschiedene Kotbilder bedeuten, findest du in unserem Artikel Alle Arten von Kot und was sie bedeuten.

Und noch ein häufiges Missverständnis: Was viele für Würmer halten, sind Fliegenmaden, die sich erst nach dem Absetzen im Kot ansiedeln. Sie sind weiß, dick und beweglich, aber sie stammen nicht aus dem Hund. Ausschlaggebend ist deshalb, wie frisch der Kot war, als du hingeschaut hast.

Welche Wurmarten gibt es beim Hund?

Es gibt Hunderte verschiedener Magen-Darm-Parasiten und Würmer, die dem Hund gefährlich werden können. Wirklich relevant und in Deutschland häufig vorkommend sind aber hauptsächlich Spulwürmer und Hakenwürmer sowie der Fuchs- und der Hundebandwurm. Daneben gewinnt auch der Lungenwurm zunehmend an Bedeutung, sowie einige Einzeller wie beispielsweise Giardien.

Wurmart Lateinisch Ansteckung über Gefahr für Menschen
Spulwurm Toxocara canis Eier aus der Umwelt, Kleinsäuger, rohes Fleisch, Mutterleib und Muttermilch ja, Larva migrans
Spulwurm (zweite Art) Toxascaris leonina Eier aus der Umwelt, Beutetiere nein
Hakenwurm Uncinaria stenocephala Larven aus der Umwelt, teils über die Haut selten, Hautlarven
Peitschenwurm Trichuris vulpis Eier aus der Umwelt nein
Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis Verzehr wilder Nagetiere ja, sehr ernst
Hundebandwurm Echinococcus granulosus rohes Fleisch, besonders Innereien ja, sehr ernst
Gurkenkernbandwurm Dipylidium caninum Verschlucken von Flöhen selten
Lungenwurm Angiostrongylus vasorum, Crenosoma vulpis Schnecken und Schneckenschleim nein
Herzwurm und Hautwurm Dirofilaria immitis, Dirofilaria repens Stechmücken, vor allem im Mittelmeerraum selten

Spulwürmer: die häufigsten und die wichtigsten

Spulwürmer und Hakenwürmer können in allen Altersstufen und sogar schon im Mutterleib übertragen werden. Der Hundespulwurm ist deshalb der Parasit, um den sich die meisten Entwurmungsempfehlungen drehen. Seine Eier reifen in der Umwelt innerhalb weniger Tage zu infektiösen Eiern heran und können danach über Monate, teils über Jahre ansteckend bleiben. Ein Sandkasten oder eine Wiese bleibt also lange eine Infektionsquelle, auch wenn längst kein Hundehaufen mehr zu sehen ist.

Bandwürmer: Fuchs, Hund und Floh

Der Fuchsbandwurm ist hauptsächlich in kleinen Beutetieren, wie Mäusen, relevant und eine Infektion mit dem Hundebandwurm kann bei der Rohfleischfütterung passieren. Der Gurkenkernbandwurm nimmt einen anderen Weg: Er wird über Flöhe übertragen, die der Hund beim Putzen verschluckt. Wer also Bandwurmglieder findet, sollte immer auch an Flöhe denken.

Lungenwürmer und Dirofilarien

Der Lungenwurm überträgt sich durch Aufnahme seines Zwischenwirtes, einer Schnecke. Das passiert öfter unbemerkt, etwa über Schneckenschleim auf Grashalmen oder auf einem draußen liegen gelassenen Spielzeug. Herz- und Hautwürmer werden dagegen von Stechmücken übertragen und spielen vor allem bei Hunden aus dem oder mit Reisen in den Mittelmeerraum eine Rolle. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zu Mittelmeerkrankheiten.

Giardien sind keine Würmer

Giardien sind einzellige Darmparasiten und keine Würmer. Sie reagieren deshalb auch nicht auf eine klassische Wurmkur und brauchen eine eigene Behandlung. Weil die Symptome ähnlich aussehen, werden sie oft verwechselt. Alles dazu findest du in unserem Artikel zu Giardien beim Hund.

Ein stabiler Darm beginnt im Napf

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Wie bekommen Hunde Würmer?

Eine Ansteckung mit Würmern, die zu den sogenannten Endoparasiten zählen, kann bereits beim Spaziergang erfolgen, wenn der Hund am Kot anderer Hunde schnüffelt oder Gras frisst. Auch das Verzehren von Beutetieren oder die Fütterung mit rohem Fleisch (barfen) bergen ein hohes Infektionsrisiko.

Welpen stecken sich in der Regel direkt bei der Mutter an. Dies kann sogar schon im Mutterleib über die Plazenta oder in den ersten Lebenstagen über die Milch erfolgen. Da Würmer gerade bei den ganz jungen Hunden schwerwiegende Schäden anrichten können, ist hier ein gutes Entwurmungsmanagement Teil der verantwortungsvollen Hundehaltung.

Würmer können auch über sogenannte Vektoren übertragen werden, das sind Zwischenwirte für manche Wurmarten. Hier sind vor allem Flöhe erwähnenswert, diese können bei Verzehr durch den Hund Bandwürmer übertragen. Aber auch manche Schneckenarten können Zwischenstadien von für den Hund infektiösen Würmern enthalten.

Die Ansteckungswege auf einen Blick

  • Aus der Umwelt: infektiöse Eier oder Larven an Gras, Erde, Pfoten und im Fell
  • Über Beutetiere: Mäuse und andere Kleinsäuger, für den Fuchsbandwurm der entscheidende Weg
  • Über rohes Fleisch: besonders Innereien wie Lunge oder Leber beim Barfen
  • Über Flöhe: verschluckte Flöhe übertragen den Gurkenkernbandwurm
  • Über Schnecken: Lungenwürmer, oft unbemerkt über Schleimspuren
  • Über Stechmücken: Herz- und Hautwürmer, überwiegend im Mittelmeerraum
  • Von der Mutter: pränatal über die Plazenta und laktogen über die Milch

Wie hoch die Gefahr einer Infektion ist, hängt auch wesentlich von der jeweiligen Haltungs- und Nutzungsform des Hundes ab. Ein Hund, der frei im Feld jagt, hat ein völlig anderes Risiko als ein Stadthund, der immer an der Leine läuft. Diese Einstufung bestimmt auch, wie oft eine Entwurmung oder Kotuntersuchung zu empfehlen ist. Die genauen Intervalle findest du in unserem Ratgeber zur Entwurmung beim Hund.

Können Würmer auf den Menschen übertragen werden?

Ja, einige Wurmarten können auch auf den Menschen übertragen werden, was gerade bei kleinen Kindern im Haus ein Problem darstellen kann. Die Übertragung passiert nicht durch Streicheln oder Schlecken, sondern über die orale Aufnahme von Wurmeiern aus der Umwelt, etwa über ungewaschene Hände, Erde oder ungewaschenes Gemüse.

Spulwürmer: Toxokarose

Der Hundespulwurm Toxocara canis kann beim Menschen die sogenannte Toxokarose auslösen. Die Larven wandern dabei durch den Körper, ohne dort erwachsen zu werden. Je nachdem, wo sie landen, unterscheidet man eine viszerale Form mit Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Fieber und Bronchitis von einer okulären Form, bei der es zu Sehstörungen, Entzündungen im Auge und im ungünstigsten Fall zu Sehverlust kommen kann.

Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene, insbesondere wenn Hunde oder Katzen im Haushalt leben. Der Grund ist einfach: Kinder spielen in Erde und Sand und fassen sich häufiger ins Gesicht.

Bandwürmer: Echinokokkose

Fuchs- und Hundebandwurm sind die ernstere Kategorie. Nimmt ein Mensch deren Eier auf, können sich in inneren Organen, vor allem in der Leber, langsam wachsende Zysten bilden. Das ist selten, aber es ist eine schwere Erkrankung. Genau deshalb gelten für Hunde, die regelmäßig Mäuse fangen oder roh gefüttert werden, engere Entwurmungsintervalle.

Was du praktisch tun kannst

  • Hundekot immer aufsammeln, auch im eigenen Garten. Aufgesammelter Kot kann keine Eier verteilen
  • Hände waschen nach dem Gassigehen, nach Gartenarbeit und vor dem Essen
  • Kinder anleiten, nach dem Spielen mit dem Hund und im Sand die Hände zu waschen
  • Sandkästen abdecken, wenn sie nicht benutzt werden
  • Gemüse aus dem eigenen Garten gründlich waschen
  • Das Entwurmungsintervall mit der Tierarztpraxis an die Lebensweise des Hundes anpassen
Familie mit Hund auf dem Sofa

Wie weist man Würmer sicher nach?

Über eine Kotuntersuchung, und die ist zuverlässiger, wenn du über mehrere Tage sammelst. Der Grund: Viele Wurmarten scheiden Eier nur unregelmäßig aus, und eine einzelne Probe kann genau den falschen Tag erwischen. Für Herz- und Hautwürmer funktioniert der Kot gar nicht, dort braucht es eine Blutuntersuchung.

Hier können wir mit einem Mythos aufräumen: Kotuntersuchungen sind leider nicht immer zuverlässig. Um Würmer nachzuweisen, ist es in der Regel Standard, über mehrere Tage Kot des Hundes zu sammeln und diesen auf Wurmeier zu untersuchen.

Warum eine frische Infektion unsichtbar bleibt

Die Herausforderung ist, dass viele Würmer erst nach einiger Zeit Eier ablegen, die ausgeschieden werden. Frühe Infektionen können also nicht erkannt werden. Beim Hundespulwurm beginnt die Eiausscheidung etwa vier bis acht Wochen nach der Aufnahme infektiöser Eier, bei jungen Hunden nach vier bis sechs Wochen, bei etwa einjährigen Hunden nach sechs bis acht Wochen.

4 bis 8
Wochen dauert es beim Spulwurm, bis nach der Ansteckung überhaupt Eier ausgeschieden werden. So lange bleibt jede Kotprobe negativ

Zudem scheiden viele Wurmarten nur sehr unregelmäßig Eier aus. Einige Arten, wie zum Beispiel Herz- und Hautwürmer, können überhaupt nicht über eine Kotuntersuchung nachgewiesen werden. Für diese muss eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, entweder als Nachweis zirkulierender Antigene im Serum oder als mikroskopische Blutuntersuchung. Mittlerweile gibt es auch für einige andere Wurmarten Tests, die beispielsweise Lungenwürmer besser detektieren können.

Befund positiv

Eindeutig. Können Würmer nachgewiesen werden, sind sie auch da. Der Befund sagt außerdem, um welche Art es geht, und daraus ergibt sich der passende Wirkstoff.

Befund negativ

Nicht eindeutig. Kann man keine Würmer nachweisen, bedeutet dies nicht, dass der Hund wurmfrei ist. Eine frische Infektion, eine unregelmäßige Eiausscheidung oder eine geringe Wurmzahl können das Ergebnis erklären.

Das ist kein Argument gegen die Kotuntersuchung, im Gegenteil. Es ist ein Argument dafür, sie richtig zu machen: über mehrere Tage sammeln, und ein negatives Ergebnis bei einem Hund mit passenden Symptomen nicht als Entwarnung lesen.

Warum Würmer bei Welpen gefährlicher sind

Weil Welpen sich fast immer anstecken und weil ihr Körper wenig Reserven hat. Spulwurmlarven können bereits im Mutterleib über die Plazenta übertragen werden und danach über die Muttermilch. Ein Welpe kann deshalb schon mit wenigen Lebenswochen einen relevanten Befall haben, ohne je draußen gewesen zu sein.

Bei jungen Hunden schädigen Würmer oft nachhaltig das Immunsystem, führen zu Nährstoffdefiziten und können sogar eine Blutarmut oder einen Darmverschluss verursachen. Typisch ist der Welpe mit dünnen Beinen und rundem, aufgetriebenem Bauch, der trotz gutem Appetit nicht richtig zunimmt.

Deshalb gibt es für Welpen ein eigenes Entwurmungsschema, das schon in den ersten Lebenswochen beginnt und in kurzen Abständen wiederholt wird. Wenn dein Welpe gerade eingezogen ist, frag den Züchter oder die Tierschutzorganisation nach dem Entwurmungsnachweis. Die Details zum Schema stehen in unserem Ratgeber zur Entwurmung beim Hund, und alles rund um die ersten Wochen findest du unter Dein Welpe zieht ein.

Bei erwachsenen, gesunden Hunden ist die Lage deutlich entspannter. Ein geringer Befall verläuft dort oft ohne Symptome und wird mit einer passenden Behandlung zuverlässig beseitigt.

Hausmittel gegen Würmer: was davon wirkt

Nach heutigem Stand keines zuverlässig. Es gibt, gerade im Internet, Empfehlungen zu Entwurmungen mit Zwiebeln oder kleingeschnittenen Pferdehaaren. Ebenso bietet der freie Handel immer wieder Präparate an, die gegen Würmer helfen sollen. Hierzu gibt es leider keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit.

Im schlimmsten Fall kann der Einsatz solcher Präparate oder Hausmittel sogar zu Unverträglichkeiten oder Vergiftungserscheinungen führen. Deshalb ist von eigenverantwortlichem Entwurmen abzuraten. Zwiebeln sind für Hunde ausdrücklich giftig, sie schädigen die roten Blutkörperchen. Ein Hund mit Wurmbefall bekäme also zusätzlich zum Parasitenproblem noch eine Vergiftung.

Auch Kokosöl, Karottensaft, Knoblauch und geriebene Kürbiskerne tauchen regelmäßig als natürliche Wurmkur auf. Für keines dieser Mittel gibt es einen Wirksamkeitsnachweis beim Hund, und Knoblauch gehört wie die Zwiebel zu den Lauchgewächsen, die für Hunde problematisch sind. Was in den Napf darf und was nicht, steht übersichtlich in unserer Futterampel.

Was tun, wenn der Hund Würmer hat?

Ab in die Tierarztpraxis, und zwar mit der Information, welche Art nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Es gibt verschiedene, für den Hund zugelassene Wirkstoffe, die mit unterschiedlichem Wirkspektrum sehr zuverlässig gegen Magen-Darm-Parasiten helfen können.

Welcher Wirkstoff im speziellen Fall der Richtige ist, muss immer individuell entschieden werden. Das kommt auf das Alter des Hundes und die Art der Würmer an, die nachgewiesen oder vermutet werden. Der Tierarzt kann hier nach seiner Untersuchung eine Entscheidung für den individuellen Fall treffen. Nicht jedes Mittel wirkt gegen jede Art, und genau deshalb ist die Diagnose mehr wert als ein Griff ins Regal.

Alles zu Nebenwirkungen, Intervallen, zur Gabe vor oder nach dem Fressen und zur Frage Kotuntersuchung oder prophylaktische Wurmkur haben wir im Schwesterartikel zur Entwurmung beim Hund ausführlich zusammengestellt.

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Wurmbefall vorbeugen

Ganz verhindern lässt sich ein Wurmbefall nicht, denn Wurmeier sind in der Umwelt allgegenwärtig. Reduzieren lässt er sich aber deutlich: durch ein passendes Kontrollintervall, durch Flohprophylaxe, durch sorgfältigen Umgang mit rohem Fleisch und dadurch, dass Kot konsequent aufgesammelt wird.

  • Kontrollintervall passend wählen: Entwurmung oder Kotuntersuchung, abgestimmt auf die Lebensweise deines Hundes
  • Flöhe im Blick behalten: keine Flöhe, kein Gurkenkernbandwurm
  • Beim Barfen: Fleisch ausreichend lange und ausreichend kalt durchfrieren, Innereien besonders sorgfältig behandeln. Die Details dazu stehen im Ratgeber Barfen, Trockenfutter oder Nassfutter
  • Kot aufsammeln: die wirksamste und billigste Maßnahme überhaupt, für deinen Hund und für alle anderen
  • Mäusefänger enger takten: Hunde, die regelmäßig jagen, brauchen kürzere Intervalle
  • Nach Reisen prüfen lassen: Hunde aus dem oder mit Aufenthalt im Mittelmeerraum gehören auf Herz- und Hautwürmer getestet

Und ein Punkt, der oft vergessen wird: Eine Wurmkur wirkt nur auf die Würmer, die zum Zeitpunkt der Gabe im Hund sind. Sie schützt nicht vor der nächsten Ansteckung am Tag darauf. Deshalb heißt die Empfehlung Intervall und nicht einmal im Jahr.

FAQ

Wie erkenne ich, ob mein Hund Würmer hat?

Meist an Begleitsymptomen und nicht an sichtbaren Würmern. Typisch sind wechselnder oder weicher Kot, Erbrechen, stumpfes Fell, schuppige Haut und bei jungen Hunden ein aufgeblähter Bauch mit ausbleibender Gewichtszunahme. Viele Hunde mit geringem Befall zeigen gar keine Symptome, scheiden aber trotzdem Eier aus.

Wie sehen Würmer beim Hund aus?

Spulwürmer erscheinen als weißliche bis hellbraune, spaghettiartige Würmer von mehreren Zentimetern Länge. Bandwürmer zeigen sich meist nicht als ganzer Wurm, sondern als reiskorn- bis gurkenkernförmige weiße Glieder, die auch am Fell rund um den After kleben. Haken- und Peitschenwürmer sind mit bloßem Auge praktisch nicht zu sehen.

Wie bekommen Hunde Würmer?

Über infektiöse Eier und Larven aus der Umwelt, über gefressene Beutetiere, über rohes Fleisch, über verschluckte Flöhe, über Schnecken und im Mittelmeerraum über Stechmücken. Welpen stecken sich in der Regel direkt bei der Mutter an, schon im Mutterleib über die Plazenta oder in den ersten Lebenstagen über die Milch.

Welche Wurmarten gibt es beim Hund?

In Deutschland relevant sind vor allem Spulwürmer (Toxocara canis, Toxascaris leonina), Hakenwürmer (Uncinaria stenocephala), Peitschenwürmer (Trichuris vulpis), Fuchs- und Hundebandwurm (Echinococcus multilocularis und granulosus), der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) und Lungenwürmer (Angiostrongylus vasorum, Crenosoma vulpis). Giardien sind Einzeller und keine Würmer.

Können Würmer von Hunden auf Menschen übertragen werden?

Ja, einige Arten. Der Hundespulwurm kann beim Menschen eine Toxokarose auslösen, bei der Larven durch den Körper wandern und im ungünstigsten Fall Augen oder Nervensystem schädigen. Fuchs- und Hundebandwurm können Zysten in inneren Organen bilden. Die Übertragung erfolgt über verschluckte Eier aus der Umwelt, nicht durch Streicheln. Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene.

Kann eine Kotuntersuchung Würmer übersehen?

Ja. Können Würmer nachgewiesen werden, sind sie auch da. Kann man keine nachweisen, bedeutet das nicht, dass der Hund wurmfrei ist. Beim Spulwurm beginnt die Eiausscheidung erst vier bis acht Wochen nach der Ansteckung, und viele Arten scheiden unregelmäßig aus. Deshalb wird über mehrere Tage gesammelt.

Helfen Hausmittel gegen Würmer beim Hund?

Nein, für Zwiebeln, Pferdehaare, Knoblauch, Kokosöl oder Kürbiskerne gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis beim Hund. Im schlimmsten Fall führen solche Mittel zu Unverträglichkeiten oder Vergiftungserscheinungen. Zwiebeln und Knoblauch sind für Hunde ausdrücklich giftig. Von eigenverantwortlichem Entwurmen ist deshalb abzuraten.

Sind Würmer beim Hund gefährlich?

In geringer Menge sind Würmer bei einem gesunden erwachsenen Hund meist kein Drama. Gefährlich werden sie bei Welpen, bei geschwächten und bei alten Hunden, wo sie zu Blutarmut, Nährstoffmangel und im Extremfall zu einem Darmverschluss führen können. Dazu kommt das Zoonose-Risiko für die Menschen im Haushalt.

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Auf Entdeckertour gehen

Unser Fazit

  1. Würmer erkennst du meist an Begleitsymptomen, nicht am Wurm selbst.
  2. Relevant in Deutschland sind Spul-, Haken-, Peitschen-, Band- und Lungenwürmer. Giardien sind Einzeller und brauchen eine eigene Behandlung.
  3. Angesteckt wird sich über Umwelt, Beutetiere, rohes Fleisch, Flöhe, Schnecken und bei Welpen über die Mutter.
  4. Spulwurmeier bleiben in der Umwelt über Monate bis Jahre infektiös. Kot aufsammeln ist deshalb die wirksamste Einzelmaßnahme.
  5. Ein positiver Kotbefund ist eindeutig, ein negativer nicht. Über mehrere Tage sammeln erhöht die Trefferquote.
  6. Herz- und Hautwürmer lassen sich nur über eine Blutuntersuchung finden.
  7. Für Menschen sind vor allem Spulwurm und Bandwürmer relevant, und Kinder sind häufiger betroffen. Händewaschen wirkt.
  8. Hausmittel gegen Würmer haben keinen Wirksamkeitsnachweis, Zwiebel und Knoblauch sind sogar giftig.
  9. Und der Satz, den du dir merken solltest: Kein Nachweis ist kein Freispruch. Bei passenden Symptomen lieber noch einmal nachschauen lassen. 🐾

Quellen

  • ESCCAP Deutschland e.V. in Kooperation mit Bundestierärztekammer, Bundesverband Praktizierender Tierärzte und Deutscher Veterinärmedizinischer Gesellschaft: Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen. Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 1, 08|2025. Belegt: die in Deutschland relevanten Arten (Toxocara canis, Toxascaris leonina, Uncinaria stenocephala, Trichuris vulpis, Echinococcus multilocularis und granulosus, Dipylidium caninum, Taenia und Hydatigera spp., Angiostrongylus vasorum, Crenosoma vulpis, Dirofilaria immitis und repens), die Übertragungswege je Art, die Eiausscheidung beim Spulwurm 4 bis 8 Wochen nach Aufnahme infektiöser Eier (junge Hunde 4 bis 6 Wochen, etwa einjährige Hunde 6 bis 8 Wochen), die Möglichkeit falsch negativer Kotbefunde bei niedriger Eiausscheidung sowie den Nachweis von Dirofilarien über zirkulierende Antigene im Serum oder mikroskopische Blutuntersuchung.
  • ESCCAP Deutschland: Würmer bei Hunden. Belegt: Reifung der Spulwurmeier innerhalb weniger Tage zu infektiösen Eiern und Ansteckungsfähigkeit über Monate bis Jahre, Ansteckung von Welpen im Mutterleib und über die Muttermilch, Fuchsbandwurm über wilde Beutetiere, Hundebandwurm über rohes Fleisch und Innereien, typische Symptome Durchfall, Erbrechen, gestörte Nährstoffverwertung, Wachstumsstörungen, stumpfes Fell und schuppige Haut, Zoonose-Risiko für Nervenbahnen, Auge und Gehirn sowie Zystenbildung in der Leber.
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Österreich: Toxokarose. Belegt: Erreger Toxocara canis und Toxocara cati, Übertragung über die orale Aufnahme von Wurmeiern aus Kot, kontaminierter Erde, ungewaschenem Gemüse und ungewaschenen Händen, häufigere Betroffenheit von Kindern, viszerale Form mit Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Fieber und Bronchitis, okuläre Form mit Sehstörungen, Entzündungen im Auge und Sehverlust, sowie die Vorbeugemaßnahmen.
  • ESCCAP Deutschland: Wurminfektionen bei Hunden. Belegt: Ansteckung beim Spaziergang über den Kot anderer Tiere, über verzehrte Beutetiere und über rohes Fleisch, sowie die Symptome Durchfall, Erbrechen, stumpfes Fell, schuppige Haut, Nährstoffmängel und Wachstumsstörungen bei jungen Hunden.

Über die Autorin

Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Kleintierklinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team und unsere wissenschaftliche Arbeit findest du auf der Seite Über uns.