Entwurmung beim Hund: Wurmkur, Nebenwirkungen und Intervalle
Eine Wurmkur ist für den Hund gut verträglich. Wenn überhaupt Nebenwirkungen auftreten, sind es laut ESCCAP vorübergehend leichte Probleme wie kurzzeitiges Erbrechen oder weicher Kot, und die klingen meist innerhalb eines Tages wieder ab. Wie oft entwurmt werden muss, hängt nicht vom Kalender ab, sondern davon, wie dein Hund lebt: von ein bis zwei Behandlungen im Jahr bis hin zu monatlich.
Mit Würmern oder Entwurmungen haben so gut wie alle Hundeeltern schon zu tun gehabt. In diesem Ratgeber räumen wir mit den Mythen auf, die rund um Wurmkuren kursieren, erklären, welche Hunde besonders gefährdet sind, was die aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen sagen und worauf du bei den Nebenwirkungen wirklich achten solltest.
Das Wichtigste zusammengefasst:
- Nebenwirkungen sind selten und mild: laut ESCCAP treten, wenn überhaupt, vorübergehend leichte Probleme wie kurzzeitiges Erbrechen oder weicher Kot auf.
- Dauer: Milde Reaktionen klingen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab.
- Intervall nach Risiko: geringes Risiko 1 bis 2 Behandlungen pro Jahr, normales Risiko mindestens 4 pro Jahr, hohes Risiko monatlich.
- Kotuntersuchung hat Grenzen: Werden Eier gefunden, liegt sicher ein Befall vor. Werden keine gefunden, schließt das einen Befall nicht aus.
- Achtung bei MDR1-Rassen: Collie, Australian Shepherd, Sheltie und verwandte Rassen können auf bestimmte Wirkstoffe schwer reagieren. Ein Gentest schafft Klarheit.
- Welpen ab der 2. Lebenswoche alle 2 Wochen gegen Spulwürmer behandeln, trächtige Hündinnen um den 50. Trächtigkeitstag.
- Pflanzliche Entwurmung wirkt nicht: Für Hausmittel gibt es keine behördliche Wirksamkeitsprüfung, manche sind für Hunde sogar giftig.
Wie oft muss ein Hund entwurmt werden?
Wie oft dein Hund entwurmt oder sein Kot untersucht werden sollte, richtet sich nach seinem individuellen Infektionsrisiko, nicht nach einem festen Kalender. Das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites, kurz ESCCAP, formuliert dafür die europaweiten Empfehlungen und staffelt sie in drei Risikogruppen.
Konkret heißt das: Ein Hund, der unter Aufsicht Auslauf hat, Kontakt zu Artgenossen aus anderen Haushalten pflegt und keine Beutetiere, kein Aas und keinen Kot anderer Hunde frisst, sollte viermal im Jahr entwurmt oder sein Kot viermal im Jahr untersucht werden, also etwa alle drei Monate. Ein Hund, der unbeaufsichtigt draußen läuft, Nager oder Aas frisst oder mit zur Jagd geht, braucht dagegen eine Behandlung oder Kotuntersuchung im Abstand von vier Wochen.
Für einige Situationen gelten eigene Empfehlungen:
- Nach einem Flohbefall: gegen Bandwürmer behandeln, weil Flöhe Bandwürmer übertragen können. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Zecken und Flöhen.
- Rohfleischfütterung (BARF): alle vier Wochen gegen Bandwürmer, wenn das Fleisch nicht ausreichend durchgefroren war.
- Kontakt zu Säuglingen oder immungeschwächten Personen im Haushalt: monatliche Behandlung gegen Spulwürmer, weil hier das Zoonoserisiko im Vordergrund steht.
- Auslandsreisen: je nach Land gelten eigene gesetzliche Vorgaben und ein anderes Infektionsrisiko, etwa für den Herzwurm. Das gehört vor der Reise in die Tierarztpraxis besprochen. Mehr dazu in unserem Artikel zu Mittelmeerkrankheiten.
Wichtig zu wissen: Eine ein- bis dreimal jährliche prophylaktische Entwurmung, wie sie lange üblich war, reicht für den überwiegenden Teil der Hunde nicht aus. Der Grund ist einfach: Eine Wurmkur wirkt nicht vorbeugend. Sie tötet die Würmer ab, die in diesem Moment da sind, und schon am nächsten Tag kann sich dein Hund neu anstecken.
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Jetzt Quiz startenWurmkur oder Kotuntersuchung? Was sinnvoller ist
Beide Wege sind laut ESCCAP gleichwertige Optionen, sie beantworten aber unterschiedliche Fragen. Die Kotuntersuchung sagt dir, ob dein Hund gerade Wurmeier ausscheidet. Die Wurmkur beseitigt einen Befall, unabhängig davon, ob er nachgewiesen wurde. Welcher Weg besser passt, hängt davon ab, wie streng du Klarheit brauchst und wie hoch das Risiko ist.
Der entscheidende Punkt bei der Kotuntersuchung ist ihre Grenze. Werden in einer Probe Wurmeier gefunden, liegt sicher ein Befall vor. Werden keine gefunden, ist der Hund damit aber nicht als wurmfrei bewiesen: Viele Wurmarten scheiden nur unregelmäßig Eier aus, frisch angesteckte Würmer legen noch gar keine Eier, und einige Arten lassen sich über den Kot überhaupt nicht nachweisen. Deshalb wird der Kot in der Regel über mehrere Tage gesammelt, um die Trefferquote zu erhöhen.
Für die Praxis heißt das: Bei niedrigem und normalem Risiko ist die Kotuntersuchung alle drei Monate eine gute, tierfreundliche Lösung, weil dein Hund nur dann Medikamente bekommt, wenn es nötig ist. Bei hohem Risiko und vor allem bei Kontakt zu Kleinkindern greift man eher zur regelmäßigen Behandlung, weil dort die Lücke zwischen zwei Kontrollen das eigentliche Risiko ist. Auch eine Kombination ist möglich, etwa Kotuntersuchungen im Regelfall und eine Behandlung nach bekannten Risikoereignissen wie einem Mäusefang.
Nebenwirkungen der Wurmkur beim Hund
Nebenwirkungen sind bei einer Wurmkur selten und in aller Regel mild. Laut ESCCAP treten, wenn überhaupt, vorübergehend leichte Probleme wie kurzzeitiges Erbrechen oder weicher Kot auf. Der Grund liegt in der Wirkweise: Die Wirkstoffe greifen an Strukturen an, die Würmer haben und Säugetiere nicht oder kaum. Sie passieren den Magen-Darm-Trakt, wirken dort auf die Parasiten und werden wieder ausgeschieden.
Welche Nebenwirkungen sind normal?
- Weicher Kot oder milder Durchfall, meist einmalig am Tag der Gabe oder am Folgetag
- Einmaliges Erbrechen, häufig kurz nach der Tablettengabe
- Vorübergehende Appetitlosigkeit, oft nur für eine Mahlzeit
- Vermehrtes Speicheln, vor allem wenn die Tablette im Maul zerbissen wurde und bitter schmeckt
- Etwas mehr Müdigkeit am Tag der Behandlung
- Sichtbare Würmer im Kot in den Tagen danach. Das ist keine Nebenwirkung, sondern das gewünschte Ergebnis
Wie lange dauern die Nebenwirkungen?
Milde Reaktionen klingen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab. Sie sind selbstlimitierend, das heißt, sie brauchen keine Behandlung. Unterstützen kannst du deinen Hund an diesem Tag mit einer kleineren, leicht verdaulichen Mahlzeit, freiem Zugang zu Wasser und Ruhe statt einer langen Runde.
Halten Erbrechen oder Durchfall länger als zwei Tage an, ist das kein normaler Verlauf mehr. Dann liegt entweder eine Unverträglichkeit vor, oder das eigentliche Problem war nie die Wurmkur, sondern eine parallel bestehende Magen-Darm-Erkrankung. Was dann sinnvoll ist, steht in unserem Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.
Wann du in die Tierarztpraxis musst
- Erbrechen oder Durchfall länger als 48 Stunden oder mit Blut
- Apathie, Zittern, Taumeln, Muskelzucken oder weite Pupillen, also neurologische Zeichen
- Ausgeprägte Schwäche, bei sehr starkem Wurmbefall möglich, wenn viele Würmer gleichzeitig absterben
- Kein Kotabsatz mit aufgeblähtem Bauch nach der Behandlung eines massiven Befalls, vor allem bei Welpen
Sind Resistenzen ein Problem?
Beim Hund sind bislang so gut wie keine Resistenzen von Wurmarten gegen die gängigen Wirkstoffe bekannt. Bei Pferden und Rindern, die in Gruppen gehalten werden, ist das ein zunehmendes Problem, beim Hund aktuell nicht. Ausschließen lässt sich eine Entwicklung natürlich nie, und genau deshalb ist es sinnvoll, gezielt und nach Risiko zu entwurmen statt pauschal und häufiger als nötig.
Wurmkur richtig geben: vor oder nach dem Fressen?
Das hängt vom Präparat ab, und die Antwort steht in der Packungsbeilage. Viele gängige Tabletten für Hunde werden zusammen mit oder direkt nach einer Mahlzeit gegeben, weil das die Aufnahme verbessert und das Risiko für Erbrechen senkt. Einzelne Wirkstoffe wirken dagegen besser auf nüchternen Magen. Wenn du unsicher bist, frag in der Praxis nach, statt zu raten.
Drei praktische Tipps aus dem Alltag:
- Tablette nicht zerbeißen lassen. Viele Wurmkuren schmecken bitter. Verstecke sie in einem kleinen Stück Käse, Leberwurst oder einem Pillentaschen-Leckerli und gib direkt danach ein zweites, um das Schlucken zu sichern.
- Nach dem Geben beobachten. Manche Hunde spucken die Tablette Minuten später wieder aus. Wenn du das nicht mitbekommst, wirkt die Kur nicht, und du wunderst dich später über Würmer im Kot.
- Gewicht aktuell messen. Die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht. Bei einem Welpen, der jede Woche zulegt, ist ein zwei Monate altes Gewicht keine Grundlage.
Wann werden die Würmer nach der Wurmkur ausgeschieden?
Die meisten Wirkstoffe töten oder lähmen die Würmer innerhalb weniger Stunden. Ausgeschieden werden sie mit dem Kot in den folgenden ein bis drei Tagen. Bei starkem Befall kannst du dabei tatsächlich Würmer sehen, bei leichtem Befall meist gar nichts, weil die Würmer im Darm zersetzt werden. Keine sichtbaren Würmer im Kot bedeuten also nicht, dass die Kur nicht gewirkt hat.
Ein Hinweis zur Hygiene für diese Tage: Kot konsequent aufsammeln und entsorgen, Hände waschen, Liegeplätze und Decken bei 60 Grad waschen. Spulwurmeier sind in der Umgebung extrem widerstandsfähig, und genau darüber läuft die Wiederansteckung.
Welche Wirkstoffe stecken in einer Wurmkur?
Es gibt mehrere für den Hund zugelassene Wirkstoffe mit unterschiedlichem Wirkspektrum. Welcher im Einzelfall der richtige ist, hängt vom Alter des Hundes und von der Wurmart ab, die nachgewiesen oder vermutet wird. Diese Entscheidung trifft die Tierarztpraxis nach der Untersuchung, denn kein Präparat deckt alle Parasiten ab.
Grob lassen sich die Präparate so einordnen:
- Gegen Rundwürmer (Spul- und Hakenwürmer): Wirkstoffe aus der Gruppe der Benzimidazole und verwandte Substanzen, oft auch für Welpen und trächtige Hündinnen geeignet
- Gegen Bandwürmer: ein eigener Wirkstoff, der in reinen Rundwurm-Präparaten nicht enthalten ist. Deshalb ist die Frage „gegen was soll entwurmt werden" nicht nebensächlich
- Breitspektrum-Kombinationen: decken Rund- und Bandwürmer in einer Tablette ab
- Gegen Lungen- und Herzwürmer: Präparate aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone, teilweise als Spot-on. Genau diese Gruppe ist bei MDR1-Rassen kritisch
- Gegen Giardien: hier hilft keine klassische Wurmkur. Giardien sind Einzeller und brauchen eigene Wirkstoffe, mehr dazu in unserem Ratgeber zu Giardien beim Hund
Vom eigenverantwortlichen Entwurmen mit frei verkäuflichen Präparaten ist abzuraten. Die Auswahl des Wirkstoffs ist keine Formsache, und ein Mittel, das die vorliegende Wurmart gar nicht erfasst, kostet dich Zeit und deinem Hund unnötige Wochen mit Parasiten.
Wurmkur bei Welpen und trächtigen Hündinnen
Welpen werden ab der zweiten Lebenswoche gegen Spulwürmer behandelt und danach in zweiwöchigen Abständen. Der Grund ist, dass sie sich bereits im Mutterleib über die Plazenta und in den ersten Lebenstagen über die Milch anstecken können. Bei den ganz jungen Hunden richten Würmer den größten Schaden an: schlechtes Wachstum, struppiges Fell, Nährstoffdefizite, im Extremfall Blutarmut oder ein Darmverschluss.
Bei der Hündin gilt:
- Trächtige Hündinnen: Behandlung um den 50. Trächtigkeitstag gegen Spulwürmer
- Säugende Hündinnen: zeitgleich mit der ersten Behandlung der Welpen gegen Spulwürmer
Welpen reagieren auf Wurmkuren nicht empfindlicher als erwachsene Hunde, solange Präparat und Dosis für ihr Alter und Gewicht zugelassen sind. Was bei ihnen häufiger vorkommt, ist eine spürbare Reaktion auf den Befall selbst: Wenn viele Würmer gleichzeitig absterben, kann der Darm für ein bis zwei Tage deutlich unruhiger sein. Beobachte deinen Welpen an diesen Tagen aufmerksam und wiege ihn regelmäßig.
Pflanzlich entwurmen: was ist dran?
Pflanzliche Mittel und Hausmittel entwurmen einen Hund nicht zuverlässig. Für Kokosöl, Karottensaft, Schwarzkümmelöl, Zwiebeln oder kleingeschnittene Pferdehaare, die die Würmer angeblich aufspießen, gibt es keine behördliche Wirksamkeitsprüfung und keine belastbaren Daten. ESCCAP warnt zusätzlich davor, dass manche pflanzlichen Präparate für Hunde schon in kleinen Mengen giftig sein können.
Bei Zwiebeln ist das besonders eindeutig: Sie enthalten Schwefelverbindungen, die beim Hund die roten Blutkörperchen schädigen und eine Blutarmut auslösen können. Als „sanfte Alternative" empfohlen zu werden, macht sie nicht harmloser. Welche Lebensmittel für Hunde tabu sind, findest du in unserer Lebensmittel-Ampel.
Das Argument, eine chemische Wurmkur zerstöre die Darmflora, hält der Praxis ebenfalls nicht stand. Die Wirkstoffe sind keine Antibiotika, sie greifen die Darmbakterien nicht gezielt an. Was nach einer Wurmkur passieren kann, ist eine kurzzeitige Reizung des Darms, und die lässt sich unterstützend begleiten, ohne die Behandlung selbst infrage zu stellen.
Welche Darmparasiten gibt es beim Hund?
Es gibt Hunderte Magen-Darm-Parasiten, die dem Hund gefährlich werden können. Wirklich relevant und in Deutschland häufig sind vor allem Spulwürmer und Hakenwürmer sowie der Fuchs- und der Hundebandwurm. Daneben gewinnen der Lungenwurm und einzellige Parasiten wie Giardien zunehmend an Bedeutung.
- Spul- und Hakenwürmer: in allen Altersstufen relevant, Übertragung sogar schon im Mutterleib
- Fuchsbandwurm: vor allem über kleine Beutetiere wie Mäuse. Auch für den Menschen relevant
- Hundebandwurm: Ansteckung typischerweise über rohes Fleisch
- Lungenwurm: Übertragung über den Zwischenwirt Schnecke, verursacht Husten und Leistungsschwäche
- Giardien: Einzeller, in allen Altersstufen von Interesse, besonders bei Welpen
Eine Ansteckung kann schon beim Spaziergang passieren, wenn dein Hund am Kot anderer Hunde schnüffelt oder Gras frisst. Auch das Fressen von Beutetieren und die Rohfleischfütterung bergen ein hohes Risiko. Flöhe sind Zwischenwirte für Bandwürmer, deshalb gehört nach einem Flohbefall eine Bandwurmbehandlung dazu. Und einige Wurmarten können auf den Menschen übergehen, was vor allem bei kleinen Kindern im Haushalt zählt.
Eine ausführliche Übersicht über die einzelnen Wurmarten, ihre Symptome und den Nachweis findest du in unserem Ratgeber Würmer beim Hund sicher nachweisen und behandeln.
Nach der Wurmkur: den Darm unterstützen
Nach einer Wurmkur braucht der Darm meist nichts weiter als einen ruhigen Tag. Wenn dein Hund allerdings ohnehin einen empfindlichen Magen hat oder der Kot ein paar Tage weich bleibt, kannst du ihn mit kleineren, leicht verdaulichen Mahlzeiten und einer prä- und probiotischen Ergänzung begleiten.
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- Ergänzung, kein Ersatz: die Wurmkur selbst bleibt Sache der Tierarztpraxis
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Was du dagegen nicht brauchst: eine „Darmsanierung" nach jeder Wurmkur. Bei einem gesunden Hund mit stabiler Verdauung ist das unnötig. Und was du nie tun solltest: die Wurmkur weglassen, um dem Darm etwas Gutes zu tun. Ein unbehandelter Wurmbefall schädigt die Darmschleimhaut deutlich stärker als jedes zugelassene Präparat.
FAQ
Welche Nebenwirkungen hat eine Wurmkur beim Hund?
Nebenwirkungen sind selten und mild. Laut ESCCAP treten, wenn überhaupt, vorübergehend leichte Probleme wie kurzzeitiges Erbrechen oder weicher Kot auf. Dazu kommen gelegentlich Appetitlosigkeit, vermehrtes Speicheln und etwas mehr Müdigkeit am Tag der Behandlung. Sichtbare Würmer im Kot in den folgenden Tagen sind keine Nebenwirkung, sondern das gewünschte Ergebnis.
Wie lange dauern die Nebenwirkungen einer Wurmkur?
Milde Reaktionen klingen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab und brauchen keine Behandlung. Halten Erbrechen oder Durchfall länger als zwei Tage an, kommt Blut dazu oder zeigt dein Hund neurologische Zeichen wie Taumeln oder Zittern, gehört er in die Tierarztpraxis.
Wie oft muss ein Hund entwurmt werden?
Das richtet sich nach dem Infektionsrisiko. ESCCAP staffelt in drei Gruppen: bei geringem Risiko ein bis zwei Behandlungen pro Jahr, bei normalem Risiko mindestens vier pro Jahr, also etwa alle drei Monate, und bei hohem Risiko monatlich. Hohes Risiko bedeutet unbeaufsichtigter Freilauf, Fressen von Aas, Nagern oder Kot, Jagdeinsatz oder Rohfleischfütterung.
Wurmkur vor oder nach dem Fressen geben?
Das hängt vom Präparat ab und steht in der Packungsbeilage. Viele gängige Tabletten werden mit oder direkt nach einer Mahlzeit gegeben, weil das die Aufnahme verbessert und Erbrechen vorbeugt. Wichtig ist außerdem, dass die Tablette nicht zerbissen wird, weil viele bitter schmecken, und dass das aktuelle Körpergewicht für die Dosierung verwendet wird.
Wann werden die Würmer nach der Wurmkur ausgeschieden?
Die Wirkstoffe töten oder lähmen die Würmer meist innerhalb weniger Stunden, ausgeschieden werden sie mit dem Kot in den folgenden ein bis drei Tagen. Bei leichtem Befall siehst du oft gar nichts, weil die Würmer im Darm zersetzt werden. Keine sichtbaren Würmer bedeuten also nicht, dass die Kur nicht gewirkt hat.
Kann man einen Hund pflanzlich entwurmen?
Nein. Für Kokosöl, Karottensaft, Schwarzkümmelöl, Zwiebeln oder Pferdehaare gibt es keine behördliche Wirksamkeitsprüfung und keine belastbaren Daten. ESCCAP warnt zusätzlich davor, dass manche pflanzlichen Präparate für Hunde schon in kleinen Mengen giftig sein können. Zwiebeln zum Beispiel schädigen die roten Blutkörperchen und können eine Blutarmut auslösen.
Reicht eine Kotuntersuchung statt einer Wurmkur?
Sie ist eine gleichwertige Option, hat aber eine klare Grenze: Werden Wurmeier gefunden, liegt sicher ein Befall vor. Werden keine gefunden, ist der Hund damit nicht als wurmfrei bewiesen, weil viele Arten nur unregelmäßig Eier ausscheiden. Deshalb wird der Kot über mehrere Tage gesammelt, und deshalb greift man bei hohem Risiko oder bei Kleinkindern im Haushalt eher zur regelmäßigen Behandlung.
Ein stabiler Darm fängt im Napf an. Finde das Futter, das zu deinem Hund passt!
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Unser Fazit
- Wurmkuren sind gut verträglich. Wenn überhaupt, treten laut ESCCAP vorübergehend leichte Probleme wie kurzzeitiges Erbrechen oder weicher Kot auf.
- Milde Reaktionen klingen innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst ab und brauchen keine Behandlung.
- Das Intervall richtet sich nach dem Risiko: 1 bis 2-mal jährlich bei geringem, mindestens 4-mal bei normalem und monatlich bei hohem Risiko.
- Eine Wurmkur wirkt nicht vorbeugend. Sie beseitigt, was da ist, und schützt nicht vor der Ansteckung am nächsten Tag.
- Bei MDR1-Rassen wie Collie, Australian Shepherd und Sheltie gehört ein Gentest vor bestimmte Wirkstoffe.
- Kotuntersuchungen sind eine gute Alternative, beweisen aber nie, dass ein Hund wurmfrei ist.
- Pflanzliche Entwurmung ist nicht belegt, und manche Hausmittel sind für Hunde giftig.
- Welpen ab der 2. Lebenswoche alle 2 Wochen, trächtige Hündinnen um den 50. Tag. 🐾
Quellen
- ESCCAP Deutschland (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites): Wie oft Hunde entwurmen? Belegt: Staffelung nach Risiko (geringes Risiko 1 bis 2 Behandlungen pro Jahr, normales Risiko mindestens 4 pro Jahr, hohes Risiko monatlich), Empfehlungen nach Flohbefall, bei Rohfleischfütterung, bei Kontakt zu Säuglingen sowie für Welpen ab der 2. Lebenswoche und trächtige Hündinnen um den 50. Tag.
- ESCCAP Deutschland: Kotuntersuchung oder Entwurmen? Belegt: Werden Wurmeier gefunden, liegt sicher ein Befall vor. Werden keine gefunden, schließt das einen Befall nicht aus. Empfehlung von vier Untersuchungen jährlich im Abstand von drei Monaten bei durchschnittlichem Risiko.
- ESCCAP Deutschland: Muss man Hunde überhaupt entwurmen? Belegt: „Wenn überhaupt dann treten vorübergehend leichte Probleme wie kurzzeitiges Erbrechen oder weicher Kot auf." Sowie die Warnung, dass es für Hausmittel keine behördliche Wirksamkeitsprüfung gibt und manche pflanzlichen Präparate für Hunde schon in kleinen Mengen giftig sein können.
Über die Autorin
Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Kleintierklinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team und unsere wissenschaftliche Arbeit findest du auf der Seite Über uns.
