Ernährung Informativ

Fütterungsguide für Hunde: Menge, Häufigkeit und Routine

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Ein erwachsener, gesunder Hund wird ein- bis zweimal am Tag gefüttert, mit einem als Alleinfuttermittel deklarierten Futter, in einer Menge, die zu seinem Gewicht, seinem Alter und seiner Aktivität passt. Alles Weitere, die Fütterungsart, die Uhrzeit und die Routine, richtet sich danach, was zu deinem Alltag und zu deinem Hund passt. Es gibt nicht die eine richtige Art zu füttern.

Die Hundefütterung ist ein zentrales Thema für jeden Hundehalter. Sicherlich hast du dich auch schon gefragt, ob deine Fütterungsroutinen richtig sind oder wie oft am Tag dein Hund am besten gefüttert werden sollte. In diesem Guide bekommst du beides: die konkreten Antworten auf die Alltagsfragen und das Hintergrundwissen, mit dem du selbst entscheiden kannst.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Häufigkeit: erwachsene Hunde ein- bis zweimal täglich, Welpen deutlich öfter, Hunde mit Magen-Darm-Problemen lieber mehrere kleine Portionen.
  • Menge: Herstellerangabe als Startwert, dann nach Gewicht und Ernährungszustand nachjustieren. Der Rippen-Test schlägt jede Tabelle.
  • Alleinfutter: Achte auf die Deklaration „Alleinfuttermittel". Nur dann ist die Nährstoffversorgung nach den FEDIAF-Vorgaben gedeckt.
  • Fütterungsart: Trocken, nass, frisch, gekocht oder BARF, jede Art hat ihre Berechtigung. Selbst zusammengestellte Rationen ohne Fachkenntnis sind das größte Risiko.
  • Routine: feste Zeiten, ruhiger Ort, Spaziergang vorher, Ruhepause danach.
  • Futterumstellung: mindestens 10 bis 14 Tage einplanen, bei sensiblen Hunden bis zu zwei Monate. Leichte Magen-Darm-Symptome sind dabei normal.
  • Junghund: Umstellung auf Adultfutter erst, wenn das Größenwachstum abgeschlossen ist, je nach Endgröße zwischen dem 6. und 12. Monat.

Wie oft sollte ein Hund gefüttert werden?

Ein erwachsener, gesunder Hund sollte ein- bis zweimal am Tag gefüttert werden, so wie es am besten in deinen und seinen Tagesablauf passt. Hunde mit Magen-Darm-Problemen oder mäkelige Hunde benötigen eventuell mehrere kleine Portionen, ebenso wie sehr große Portionen für große Hunde besser aufgeteilt werden sollten.

Fütterungshäufigkeit nach Alter

  • Welpe bis etwa 4 Monate: vier kleine Mahlzeiten am Tag. Der Magen ist klein, der Energiebedarf pro Kilogramm hoch.
  • Junghund von etwa 4 bis 6 Monaten: drei Mahlzeiten.
  • Ab etwa 6 Monaten: zwei Mahlzeiten. Das ist die Antwort auf die häufig gestellte Frage, ab wann nur noch zweimal gefüttert wird. Ein starres Datum gibt es nicht, orientiere dich am Appetit und am Wachstum deines Hundes.
  • Erwachsener Hund: ein- bis zweimal täglich. Zwei Mahlzeiten sind für die meisten Hunde die angenehmere Variante, weil die Pause zwischen den Mahlzeiten kürzer bleibt.
  • Senior: zwei bis drei kleinere Mahlzeiten, wenn die Verdauung träger wird oder der Appetit schwankt.

Für sehr kleine Rassen und für Hunde, die morgens gelbe Galle erbrechen, sind zwei bis drei Mahlzeiten fast immer die bessere Lösung. Wichtiger als die exakte Anzahl ist, dass die Zeiten einigermaßen konstant sind, damit sich der Verdauungstrakt darauf einstellen kann.

Noch unsicher, was in den Napf gehört?

Welches Futter passt zu deinem Hund?

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Welche Futtermenge braucht mein Hund?

Bei der Menge des Futters kannst du dich einerseits an den Empfehlungen des Herstellers orientieren, aber es gibt immer individuelle Schwankungen abhängig vom Grundumsatz und der Aktivität. Deshalb solltest du genau darauf achten, wie sich das Gewicht und der Ernährungszustand deines Hundes verändern, und die Fütterung entsprechend anpassen.

Die Herstellerangabe ist ein Startwert, keine Vorschrift. Zwei gleich schwere Hunde derselben Rasse können sich im Energiebedarf deutlich unterscheiden, je nachdem wie aktiv sie sind, ob sie kastriert sind und wie viel Muskelmasse sie haben. Kastrierte Hunde brauchen häufig spürbar weniger als die Packung angibt.

Der Rippen-Test: die beste Kontrolle

Streiche mit flacher Hand seitlich über den Brustkorb deines Hundes. Du solltest die Rippen unter einer dünnen Fettschicht deutlich fühlen können, ohne zu drücken. Von oben betrachtet hat dein Hund eine erkennbare Taille, von der Seite eine ansteigende Bauchlinie. Findest du die Rippen erst beim Drücken, ist er zu schwer. Siehst du sie schon von Weitem, ist er zu dünn.

Wiege deinen Hund alle vier bis sechs Wochen und notiere das Gewicht. Eine Veränderung von wenigen hundert Gramm fällt beim Streicheln nicht auf, auf der Waage aber sofort. Passe die Menge in kleinen Schritten an, etwa 10 Prozent auf einmal, und beobachte vier Wochen.

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Und nicht vergessen: Leckerlis, Kauartikel und alles, was nebenbei in den Hund wandert, gehören zur Tagesration dazu. Was davon überhaupt in den Napf darf, steht in unserer Lebensmittel-Ampel für Hunde.

Welche Fütterungsarten gibt es und welche ist die beste?

Die beste oder richtige Art, deinen Hund zu füttern, gibt es nicht. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Arten der Hundefütterung, die Vor- und Nachteile und alle ihre Berechtigung haben. Entscheidend ist nicht die Kategorie, sondern ob die Ration bedarfsdeckend ist und ob dein Hund sie verträgt.

Übersicht verschiedener Hundefutterarten
  • Trockenfutter ist der Klassiker und sehr praktisch für die meisten Hunde. Wichtig ist, dass es ein ausreichend mineralisiertes Alleinfutter ist, damit der Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Es ist gut dosierbar, lange haltbar und energiedicht.
  • Nassfutter ist vor allem für mäkeligere Hunde und auch bei übergewichtigeren Hunden wegen der niedrigeren Energiedichte geeignet. Auch hier ist es wichtig, ein Alleinfutter zu wählen und nach Möglichkeit auch kein Futter, das ausschließlich aus Fleisch besteht.
  • BARF ist in den letzten Jahren sehr beliebt geworden. Hierbei handelt es sich um biologisch artgerechte Rohfütterung. Neben offensichtlichen hygienischen Risiken benötigt man auch viel Wissen über die Rationsgestaltung. Leider sind viele Rationen deutlich zu proteinlastig und unzureichend mineralisiert. Für manche Allergiker ist BARF aber die perfekte Lösung.
  • Selbstgekochte Diäten werden immer beliebter. Abgesehen von den hygienischen Risiken gibt es hier die gleichen Herausforderungen wie beim Barfen.
  • Frischfutter ist gegart, gekühlt und dosiert, kombiniert also die Frische einer selbstgekochten Ration mit einer geprüften Rezeptur.
  • Kombinationen aus diesen Fütterungsarten gibt es natürlich auch. Oft ist es gar nicht schlecht, dem Hund so etwas Abwechslung im Napf zu bieten. Mischt man allerdings Futter unterschiedlicher Hersteller, so muss auch hier genau geschaut werden, ob die letztendliche Ration tatsächlich überall bedarfsdeckend ist. Das kann herausfordernd sein.

Letztlich sind auch individuelle Vorlieben deines Vierbeiners zu berücksichtigen. Von selbst zusammengestellten Rationen ist aber ohne entsprechende Sachkenntnis abzuraten. Einen ausführlichen Vergleich der drei häufigsten Varianten findest du in unserem Ratgeber Barfen, Trockenfutter oder Nassfutter.

Was muss in einer ausgewogenen Ration stecken?

Eine ausgewogene Ration braucht eine Proteinquelle, eine Kohlenhydratquelle, Fett sowie eine dazu passende Mineralisierung und Vitamine. Der Hund hat sich mit seiner Domestizierung in den Jahren an der Seite des Menschen zu einem carni-Omnivoren entwickelt. Das bedeutet, dass er ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierisches Protein ist.

Grundsätzlich benötigt ein Hund die gleichen Makronährstoffe wie auch der Mensch, nämlich ausreichend Protein, Kohlenhydrate und Fett. Das bedeutet, dass eine Proteinquelle, also Fleisch oder Fisch oder auch pflanzliches Protein, mit Gemüse und Obst und einer Kohlenhydratquelle kombiniert werden sollte. Wichtig zu bedenken ist immer, dass sowohl ein Zuwenig nicht gut ist, aber auch ein Zuviel, beispielsweise an Fett oder Protein, zu gesundheitlichen Schäden führen kann.

Warum die Deklaration „Alleinfuttermittel" so wichtig ist

Ein Alleinfuttermittel muss den kompletten Nährstoffbedarf eines Hundes decken. Als Referenz dienen in Europa die Nutritional Guidelines des Branchenverbands FEDIAF, die Mindest- und Höchstgehalte für Nährstoffe in Futtermitteln für Hunde und Katzen festlegen. Ein Ergänzungsfuttermittel dagegen, dazu zählen viele reine Fleischdosen, Snacks und Kauartikel, ist ausdrücklich nicht bedarfsdeckend und darf nicht die alleinige Ernährung sein.

Das ist der Grund, warum der Blick auf die Verpackung wichtiger ist als der Blick auf die Zutatenliste. Eine schöne Zutatenliste nützt nichts, wenn die Mineralisierung fehlt.

Wie funktioniert die Verdauung beim Hund?

Der Verdauungstrakt des Hundes besteht aus vier Abschnitten, in denen jeweils etwas anderes passiert: Kopfdarm, Vorderdarm, Mitteldarm und Enddarm. Charakteristisch für den Hund ist ein großer Magen, der etwa zwei Drittel des Gesamtvolumens ausmacht, und ein eher kurzer Darm. Das Gesamtvolumen ist je nach Hundegröße stark variabel.

  1. Kopfdarm (Lippen bis Kehlkopf): Hier wird das Futter teilweise zerkleinert, was beim Hund keinen besonders hohen Stellenwert hat, und eingespeichelt. Durch den Schluckvorgang wird das Futter über die Speiseröhre in den Magen befördert.
  2. Vorderdarm (Speiseröhre und Magen): Im Magen sinkt nach der Futteraufnahme der pH-Wert rasch deutlich ab durch die Produktion von Magensäure. Diese sorgt für optimale Voraussetzungen für die Eiweißverdauung und eliminiert ungewollte Bakterien.
  3. Mitteldarm (Dünndarm): Hier findet die weitere Verdauung durch Enzyme und Bakterien statt. Im Zwölffingerdarm werden dem Nahrungsbrei Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse und Gallensäuren aus der Leber hinzugefügt. Dann folgen Leerdarm und Hüftdarm. Hier findet der Hauptteil der Verdauung statt: In Aminosäuren aufgespaltene Proteine, Fettsäuren, Mineralien, Vitamine und Wasser werden aufgenommen.
  4. Enddarm (Dickdarm bis After): Im letzten Abschnitt werden dem Nahrungsbrei noch einmal Wasser und Mineralien entzogen, damit die unverdaulichen Reste ausgeschieden werden können. Genau dieser Abschnitt ist beispielsweise bei akuten Durchfällen durch Infektionen oder Unverträglichkeiten betroffen, sodass durch unzureichenden Wasserentzug Durchfall entsteht.
Illustration einer pupsenden Bulldogge zur Verdauung beim Hund

Was ist die beste Fütterungsroutine?

Eine gute Fütterung erfolgt an einem ruhigen Ort, am besten nach körperlicher Aktivität, also nach dem Spaziergang, und idealerweise dann, wenn auch du deine Mahlzeit einnimmst. So beugst du dem Betteln am Tisch automatisch vor. Am besten ist es, wenn sich ein Ritual etabliert.

Zum Beispiel kannst du deinen Hund bei der Futterzubereitung „Sitz" machen lassen, und erst auf Kommando darf er zu seinem Napf. So schulst du gleichzeitig Gehorsam und Frustrationstoleranz und hast ein niedrigeres Risiko für Futteraggressionen.

Stimmt es, dass man Hunde nicht nach 17 Uhr füttern soll?

Nein, eine feste Uhrzeit, nach der nicht mehr gefüttert werden darf, gibt es nicht. Diese Regel kursiert hartnäckig, hat aber keine fachliche Grundlage. Was tatsächlich stimmt: Zwischen der letzten Mahlzeit und dem Schlafengehen sollte genug Zeit für einen letzten Gassigang bleiben, damit dein Hund sich lösen kann. Und direkt nach dem Fressen ist wildes Toben keine gute Idee.

Sinnvoller als eine Uhrzeit ist die Regel: Spaziergang vor der Fütterung, danach mindestens eine Stunde Ruhe. Bei manchen Hunden ist eine späte kleine Mahlzeit sogar ausdrücklich sinnvoll, nämlich bei denen, die morgens auf nüchternen Magen Galle erbrechen.

Schäferhund frisst HEY HOLY Trockenfutter aus dem Napf

Trockenfutter einweichen: sinnvoll oder nicht?

Trockenfutter einweichen ist bei einigen Hunden sinnvoll, aber es ist kein Allheilmittel. Klar begründet ist es bei Welpen im Übergang zur festen Nahrung, bei Hunden mit Zahnproblemen oder fehlenden Zähnen, bei Hunden, die zu wenig trinken, und bei mäkeligen Hunden, weil eingeweichtes Futter intensiver riecht. Bei allem anderen ist die Datenlage dünn.

Hilft eingeweichtes Futter gegen Blähungen?

Ein direkter Beleg dafür fehlt. Was plausibel ist: Hunde, die sehr hastig fressen, schlucken dabei Luft, und Luft im Magen-Darm-Trakt muss irgendwo wieder heraus. Weiches Futter lässt sich schlechter in großen Mengen herunterschlingen als harte Brocken, deshalb kann Einweichen bei Schlingern indirekt helfen. Die häufigeren Ursachen für Blähungen sind aber die Futterzusammensetzung, blähende Zutaten und eine zu schnelle Futterumstellung. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Blähungen beim Hund.

Hilft Einweichen bei Durchfall?

Nein, eingeweichtes Trockenfutter ist keine Schonkost. Bei akutem Durchfall geht es um leicht verdauliche, fettarme Nahrung in kleinen Portionen und um ausreichend Flüssigkeit, nicht um die Konsistenz des gewohnten Futters. Hält der Durchfall länger als zwei Tage an, kommt Blut dazu oder wirkt dein Hund matt, gehört das in die Tierarztpraxis, siehe Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

Was du beim Einweichen beachten solltest

  • Lauwarmes Wasser, nicht kochend. Zu heißes Wasser kann hitzeempfindliche Vitamine schädigen.
  • Kurz einweichen, etwa 10 bis 20 Minuten, bis das Futter weich ist.
  • Sofort füttern. Feuchtes Futter bei Raumtemperatur ist ein guter Nährboden für Bakterien.
  • Reste wegwerfen, nicht bis zur nächsten Mahlzeit stehen lassen.
  • Zähne im Blick behalten: Weiches Futter hat keinen mechanischen Reinigungseffekt. Wenn du dauerhaft einweichst, wird Zahnpflege umso wichtiger, siehe Zahnpflege beim Hund.
  • Menge nicht verwechseln: Eingeweichtes Futter sieht nach mehr aus. Gewogen wird immer die trockene Menge.

Welche Probleme kann es bei der Fütterung geben?

Für die meisten Hunde ist die Fütterungszeit ein normaler Punkt im Tagesablauf. Es gibt aber auch immer wieder Spezialfälle. Die vier häufigsten sind hastiges Fressen, Mäkeligkeit, Futteraggression und Aufregung rund um die Mahlzeit.

  • Hastiges Fressen: Besonders oft beim Retriever kommt sehr hastiges Fressen vor. Manchmal verschlucken sich die Hunde dann oder laufen Gefahr, Futterbrocken einzuatmen. Am effektivsten arbeitet man hier mit einem Antischlingnapf oder legt einige große Steine in den Futternapf, die der Hund nicht mitverschlucken kann. Auch Bulldoggen leiden unter zu schnellem Fressverhalten, wodurch häufig Blähungen entstehen können. Mehr dazu in Blähungen bei deiner Bulldogge.
  • Mäkeligkeit: Gerade Minis oder Schäferhunde können schon mal mäkelig mit dem Futter sein. Wichtig ist, dass insgesamt eine ausreichende Futteraufnahme gewährleistet ist. Wie du damit umgehst, steht in unserem Ratgeber zum Futtermanagement bei mäkeligen Hunden.
  • Futteraggression: Besonders besitzergreifende Charaktere neigen schon mal zur Verteidigung ihrer Ressource Futter gegenüber Artgenossen oder dem Menschen. Das muss mit konsequenten Erziehungsmaßnahmen langfristig unterbunden werden. Bis dahin sind separiertes Fressen und eine Futterzubereitung ohne den Hund in der Nähe eine deeskalierende Maßnahme.
  • Aufregung vor oder nach der Fütterung: Dass der Hund sich auf das Fressen freut oder danach richtig aufdreht, ist fast nachvollziehbar. Trotzdem sollte auch das durch passende Erziehung unterbunden werden. Die Aufregung vorher kann sonst in Aggression umschlagen, während die Nervosität nach der Fütterung gesundheitlich bedenklich ist und zu Erbrechen oder im schlimmsten Fall zu einer Magendrehung führen kann.

Welche futterassoziierten Krankheiten kommen oft vor?

Rund um die Fütterung gibt es eine Handvoll Probleme, die in der Praxis regelmäßig auftauchen. Die meisten davon sind vermeidbar, wenn Menge, Zusammensetzung und Routine stimmen.

  • Allergien und Unverträglichkeiten äußern sich über Magen-Darm-Symptome oder über Juckreiz, Pfotenlecken und wiederkehrende Ohrenentzündungen. Wie du das systematisch eingrenzt, steht in unserem Allergieguide.
  • Nüchtern-Erbrechen: Manche Hunde neigen morgens zum Erbrechen von Galle, wenn sie lange nicht gefressen haben. Hier sollte abends spät und morgens früh eine kleine Extra-Mahlzeit gegeben werden.
  • Magenüberladung kann vor allem bei der unkontrollierten Aufnahme großer Mengen Trockenfutter entstehen und bis zu einem Riss des Magens führen. Futtersäcke gehören deshalb hinter eine Tür, nicht in die Ecke.
  • Wachstumsstörungen bei großen Rassen: Eine unpassende Mineralisierung oder zu viel Fütterung bei heranwachsenden Hunden großer Rassen kann zu irreparablen Schäden am Bewegungsapparat führen. Mehr dazu im Dysplasie Guide.

Magendrehung: was die Fütterung damit zu tun hat

Die Magendrehung ist die gefürchtetste futterassoziierte Komplikation, und die Studienlage dazu ist weniger eindeutig, als oft behauptet wird. Ein Beispiel ist die viel diskutierte Napfhöhe: Eine systematische Auswertung der vorhandenen Evidenz in Veterinary Evidence kam zu dem Schluss, dass es dazu nur zwei Untersuchungen mit widersprüchlichen Ergebnissen gibt und dass die sicherste Empfehlung beim heutigen Kenntnisstand lautet, Risikohunde vom Boden fressen zu lassen.

Unabhängig von der Napfhöhe gilt: keine sehr großen Einzelportionen, Ruhepause nach dem Fressen und Schlingen vermeiden. Was du im Notfall erkennen musst, steht in unserem Ratgeber zur Magendrehung beim Hund.

Was muss bei der Futterumstellung beachtet werden?

Für eine Futterumstellung solltest du mindestens 10 bis 14 Tage einplanen, bei sensiblen Hunden bis zu zwei Monate. In dieser Zeit mischst du das neue Futter langsam unter das alte und erhöhst den Anteil schrittweise. Eine veränderte Kotmenge und Kotkonsistenz während der Umstellung ist ganz normal und kein Grund zur Sorge.

Grafik zum schrittweisen Ablauf einer Futterumstellung beim Hund

Eine Futterumstellung ist bei manchen Hunden gar kein Problem, sie vertragen quasi jeden Tag ein anderes Futter. Andere sind sehr sensibel und reagieren auf jede kleine Veränderung mit Symptomen des Magen-Darm-Traktes. Auch wenn dein Hund nicht sensibel ist, ist es empfehlenswert, bei einem Futter zu bleiben, damit die Nährstoffversorgung über einen längeren Zeitraum konstant ist, das Mikrobiom des Darms sich genau darauf einstellen kann und somit die Verdaulichkeit optimiert wird.

Vorab solltest du dir Gedanken machen, was das Futter für deinen Liebling alles können soll, wie viel Energie er benötigt und welche Zutaten er bekanntermaßen mag und verträgt. Dabei solltest du auch beachten, dass eine etwas füllige Couch-Potato besser kein High-Energy-Futter bekommen sollte. Das Futter muss also zu den Ansprüchen deines Hundes passen. Den ausführlichen Ablauf findest du in unserem Ratgeber zur Futterumstellung beim Hund.

Welche Symptome sind bei der Umstellung normal?

Im Rahmen einer Futterumstellung kann es durch die veränderte Zusammensetzung an Makronährstoffen und durch die notwendige Anpassung des Mikrobioms natürlicherweise zu vier Symptomen kommen:

  1. Veränderung der Kotmenge: Teilweise können nicht von Anfang an alle Bestandteile des neuen Futters verdaut werden, deshalb ist die Kotmenge etwas höher als normal. Das reguliert sich im Normalfall nach ein paar Wochen.
  2. Blähungen: Eine veränderte Menge von Makronährstoffen kann zu veränderter Bakterienaktivität führen. Diese bilden Gase, die mit unangenehmem Geruch entweichen. Das Mikrobiom adaptiert sich in der Regel nach ein paar Wochen.
  3. Darmgeräusche: Auch hier sind die Bakterien und die Passagegeschwindigkeit des Futterbreis verantwortlich. Vermehrte Darmgeräusche sollten nach ein paar Tagen bis Wochen auf ein normales Maß zurückgehen.
  4. Veränderung der Kotkonsistenz: Der Verdauungstrakt muss sich an die Bestandteile des neuen Futters gewöhnen, dementsprechend kann die Kotkonsistenz in den ersten Tagen variieren.

Leichte Magen-Darm-Symptome können also ganz normal sein und sprechen nicht automatisch für eine Unverträglichkeit oder Allergie. Ein Abbruch der Umstellung nach ein paar Tagen ist oft verfrüht. Bei anhaltenden Problemen kann es sich natürlich trotzdem um eine Unverträglichkeit handeln, das sollte dann abgeklärt werden. Eine Futtermittelallergie entsteht in der Regel erst nach längerer Zeit, kann also auch noch Jahre nach der Umstellung entstehen.

Hund verrichtet sein Geschäft im Gras

Wann ist der ideale Zeitpunkt für die Umstellung auf Erwachsenenfutter?

Der junge Hund sollte dann auf ein Adultfutter umgestellt werden, wenn das Größenwachstum komplett abgeschlossen ist. Das ist je nach Endgröße zwischen dem 6. und 12. Monat der Fall, kleine Hunde sind früher ausgewachsen als große Rassen. Bis dahin hat der Junghund einen deutlich erhöhten Mineralstoffbedarf.

Dieser muss durch ein entsprechendes Welpenfutter für große oder kleine Hunde gedeckt werden, sonst kann es zu schwerwiegenden und nicht reparierbaren Schäden an den Knochen und dem gesamten Bewegungsapparat kommen. Ist der junge Hund so weit, muss die Futterumstellung langsam und über einen Zeitraum von 2 bis 6 Wochen durchgeführt werden, damit die Darmflora sich gewöhnen kann. Alle Details stehen in unserem Ratgeber Ab wann von Welpenfutter auf Erwachsenenfutter umstellen.

Gute Fütterung beginnt beim passenden Futter. Finde das Richtige für deinen Hund!

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FAQ

Wie oft am Tag sollte ein Hund gefüttert werden?

Ein erwachsener, gesunder Hund wird ein- bis zweimal täglich gefüttert. Welpen bis etwa vier Monate brauchen vier kleine Mahlzeiten, danach reichen drei, und ab etwa sechs Monaten sind zwei üblich. Hunde mit Magen-Darm-Problemen, mäkelige Hunde und sehr kleine Rassen profitieren von mehreren kleinen Portionen. Wichtiger als die genaue Anzahl sind konstante Zeiten.

Wie viel Futter braucht mein Hund pro Tag?

Die Herstellerangabe auf der Verpackung ist der Startwert, nicht die endgültige Antwort. Der tatsächliche Bedarf hängt von Grundumsatz, Aktivität, Alter und Kastrationsstatus ab und kann deutlich abweichen. Kontrolliere den Ernährungszustand mit dem Rippen-Test, wiege deinen Hund alle vier bis sechs Wochen und passe die Menge in Schritten von etwa 10 Prozent an.

Sollte man Trockenfutter einweichen?

Sinnvoll ist Einweichen bei Welpen im Übergang zur festen Nahrung, bei Hunden mit Zahnproblemen oder fehlenden Zähnen, bei Hunden, die zu wenig trinken, und bei mäkeligen Hunden, weil das Futter intensiver riecht. Verwende lauwarmes Wasser, weiche 10 bis 20 Minuten ein, füttere sofort und wirf Reste weg. Gewogen wird immer die trockene Menge.

Stimmt es, dass Hunde nach 17 Uhr nichts mehr fressen sollen?

Nein, dafür gibt es keine fachliche Grundlage. Sinnvoll ist stattdessen, den Spaziergang vor die Fütterung zu legen, danach mindestens eine Stunde Ruhe zu geben und vor dem Schlafengehen noch einmal die Möglichkeit zum Lösen zu bieten. Bei Hunden, die morgens Galle erbrechen, ist eine späte kleine Mahlzeit sogar ausdrücklich sinnvoll.

Welche Fütterungsart ist die beste für meinen Hund?

Es gibt nicht die eine beste Fütterungsart. Trockenfutter, Nassfutter, Frischfutter, selbstgekochte Rationen und BARF haben jeweils Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, dass die Ration bedarfsdeckend ist, also als Alleinfuttermittel deklariert oder fachkundig berechnet, und dass dein Hund sie gut verträgt. Von selbst zusammengestellten Rationen ohne Sachkenntnis ist abzuraten.

Wie lange dauert eine Futterumstellung?

Plane mindestens 10 bis 14 Tage ein, bei sensiblen Hunden bis zu zwei Monate. Bei der Umstellung von Welpen- auf Erwachsenenfutter sind 2 bis 6 Wochen üblich. Mische das neue Futter schrittweise unter das alte. Veränderte Kotmenge, Kotkonsistenz, Blähungen und Darmgeräusche sind in dieser Phase normal und kein Grund, die Umstellung abzubrechen.

Woran erkenne ich ein gutes Alleinfuttermittel?

Auf der Verpackung muss ausdrücklich „Alleinfuttermittel" stehen. Nur dann ist die Ration darauf ausgelegt, den kompletten Nährstoffbedarf zu decken, gemessen an den Nutritional Guidelines des Verbands FEDIAF. Reine Fleischdosen, Snacks und Kauartikel sind Ergänzungsfuttermittel und dürfen nicht die alleinige Ernährung sein, auch wenn die Zutatenliste hochwertig aussieht.

Abbildung der 10 goldenen Regeln der Hundefütterung von Helena

Unser Fazit: die 10 goldenen Regeln der Hundefütterung

  1. Wähle ein Hundefutter, das zu den Ansprüchen deines Hundes passt.
  2. Achte darauf, dass das Futter als Alleinfuttermittel deklariert ist, damit dein Liebling mit allen Nährstoffen versorgt ist.
  3. Futterumstellungen sollten mit Geduld und nur bei entsprechender Notwendigkeit durchgeführt werden.
  4. Keine Panik bei Symptomen während der Futterumstellung. Sie können normal sein, weil der Magen-Darm-Trakt sich erst gewöhnen muss.
  5. Füttere deinen Welpen und Junghund lange genug, aber nicht zu lange mit einem zur Rasse passenden Welpenfutter, um Fehlentwicklungen des Bewegungsapparates zu vermeiden.
  6. Schaffe eine entspannte Umgebung zur Futteraufnahme und füttere deinen Hund nach Möglichkeit dann, wenn du auch isst.
  7. Überprüfe regelmäßig Gewicht und Ernährungszustand, um die individuelle Futtermenge zu ermitteln.
  8. Nutze die Fütterung, um an Gehorsam und Frustrationstoleranz zu arbeiten, indem dein Hund erst auf Kommando fressen darf, und vermeide zu schnelles Schlingen.
  9. Füttere nach Möglichkeit zu festen Zeiten, damit sich der Verdauungstrakt darauf einstellen kann.
  10. Spaziergänge gehören vor die Fütterung, im Anschluss braucht dein Vierbeiner eine Ruhepause. 🐾

Quellen

Über die Autorin

Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Kleintierklinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team und unsere wissenschaftliche Arbeit findest du auf der Seite Über uns.