Ernährung Medizinisch

Was dürfen Hunde essen und was nicht? Die Lebensmittel-Ampel

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Hunde dürfen viele Lebensmittel aus der Küche essen: mageres Fleisch, gekochten Fisch, Ei, Reis, Kartoffel, die meisten Gemüsesorten und viele Obstsorten. Nicht in den Napf gehören Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln und Knoblauch, Avocado, Xylit, Alkohol, rohes Schweinefleisch und Macadamianüsse. Dazwischen liegt eine große Gruppe, die in kleinen Mengen unproblematisch ist und in großen Mengen zum Problem wird.

Im Alltag sieht sich jeder von uns immer mal wieder vor die Frage gestellt: Was darf mein Hund aus der Küche eigentlich bedenkenlos fressen, und bei welchen Lebensmitteln sollte ich vorsichtig sein? Diese Ampel gibt dir die Antwort in drei Farben. Und weil „giftig" beim Hund fast immer eine Frage der Menge ist, findest du weiter unten auch konkrete Zahlen dazu, ab wann es wirklich gefährlich wird.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Grundsatz: Die Basis ist ein hochwertiges Alleinfuttermittel. Alles vom Tisch ist Extra, nicht Mahlzeit.
  • Die Dosis macht das Gift: Bei den meisten kritischen Lebensmitteln entscheidet die Menge im Verhältnis zum Körpergewicht deines Hundes.
  • Wirklich gefährlich sind Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln und Knoblauch, Avocado, Xylit, Alkohol, Macadamianüsse und rohes Schweinefleisch.
  • Harte Grenzen: Xylit kann schon ab etwa 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht eine Unterzuckerung auslösen, bei Weintrauben kann laut Merck Veterinary Manual bereits mehr als eine Frucht pro 4,5 kg Körpergewicht riskant sein.
  • Verträglichkeit ist individuell: Nur weil etwas nicht giftig ist, heißt das nicht, dass dein Hund es gut verträgt.
  • Neues immer einzeln testen, in kleiner Menge und mit 48 Stunden Abstand zum nächsten neuen Lebensmittel.
  • Im Verdachtsfall: sofort in die Tierarztpraxis, mit Verpackung oder Rest des Gefressenen. Nicht abwarten, nicht selbst Erbrechen auslösen.

Die Lebensmittel-Ampel für Hunde auf einen Blick

Die Ampel teilt Lebensmittel in drei Gruppen: Grün steht für unbedenklich, Gelb für kleine Mengen, Rot für Finger weg. Diese Kurzübersicht zeigt die wichtigsten Vertreter der beiden Extreme. Die vollständigen Listen mit Begründung findest du in den drei Abschnitten darunter.

Die wichtigsten Ja und Nein auf einen Blick

Auf keinen Fall

  • ❌ Schokolade und Kakao
  • ❌ Weintrauben und Rosinen
  • ❌ Zwiebeln, Knoblauch, Lauch
  • ❌ Xylit und Birkenzucker
  • ❌ Avocado
  • ❌ Rohes Schweinefleisch

Unbedenklich

  • ✅ Apfel ohne Kerngehäuse
  • ✅ Karotte, roh oder gekocht
  • ✅ Gurke
  • ✅ Banane
  • ✅ Gekochtes Ei
  • ✅ Gekochter, entgräteter Fisch

Ein wichtiger Grundsatz vorab: Die Ernährung deines Hundes sollte auf einem hochwertigen Alleinfuttermittel beruhen. Alles, was aus der Küche dazukommt, ist eine Ergänzung. Und: Verträglichkeiten oder Allergien sind sehr individuell. Nur weil ein Lebensmittel nicht giftig ist, heißt das nicht, dass dein Hund es gut verträgt.

Grünes Licht: Diese Lebensmittel dürfen Hunde essen

Grünes Licht bedeutet: Diese Lebensmittel sind für gesunde Hunde unbedenklich und können die Futterration sinnvoll ergänzen. Sie sind trotzdem kein Ersatz für das Hauptfutter, sondern Snack oder Beigabe. Achte bei allem, was du gibst, auf die Zubereitung: ungewürzt, ungesalzen und ohne Zusätze.

Grüne Ampel als Symbol für unbedenkliche Lebensmittel für Hunde
  • Eier: eine gesunde Proteinquelle für deinen Hund. Roh nur frisch, sonst besteht Salmonellengefahr. Auch die Schale ist eine gute Mineralstoffquelle. Gekocht ist die sicherste Variante.
  • Apfel: vitaminreich und pektinhaltig, ein gesunder Snack. Achtung, nur ohne Kerngehäuse. Mehr dazu in unserem Ratgeber Dürfen Hunde Äpfel essen.
  • Erdbeeren: als Vitaminbombe und Radikalfänger ein gut geeigneter Snack, siehe Dürfen Hunde Erdbeeren essen.
  • Gurken: hoher Wassergehalt und fast ohne Kalorien. Eine gute Snack-Alternative, im Sommer auch gefroren, siehe Dürfen Hunde Gurke essen.
  • Banane: mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen ein gesunder Snack, allerdings zuckerreich, siehe Dürfen Hunde Bananen essen.
  • Brokkoli: gekocht ein gesunder Snack mit vielen Mineralstoffen und Vitaminen. In größeren Mengen kann er blähen.
  • Mango: durch den geringen Säuregehalt ein gut verträgliches Obst für deinen Vierbeiner, auch hier gilt: ohne Kern. Details in Dürfen Hunde Mango essen.
  • Fisch: Proteinquelle mit vielen essenziellen Fettsäuren, roh allerdings mit Vorsicht zu genießen. Gekocht und gründlich entgrätet ist er ideal.
  • Karotten: durch den hohen Pektingehalt gekocht und püriert die ideale Schonkost, roh eine gesunde Kauartikelalternative.
  • Süßkartoffeln: am besten gekocht, aber auch roh verträglich. Ballaststoffe in Kombination mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, eine Aufwertung jeder Mahlzeit.
  • Blaubeeren: klein, kalorienarm und reich an sekundären Pflanzenstoffen, siehe Dürfen Hunde Blaubeeren essen.
  • Himbeeren: in Maßen ein guter Snack, siehe Dürfen Hunde Himbeeren essen.
  • Birne: gut verträglich, Kerngehäuse entfernen, siehe Dürfen Hunde Birnen essen.
  • Kohlrabi: gekocht bekömmlicher als roh, siehe Dürfen Hunde Kohlrabi essen.
  • Zucchini und Kürbis: gekocht, kalorienarm und magenfreundlich. Beim Kürbis nur Speisesorten, keine Zierkürbisse.
  • Gekochte Kartoffel: geschält und gut durchgegart unbedenklich. Roh dagegen nicht, dazu mehr im roten Bereich.
  • Gekochter Reis: der Klassiker in der Schonkost, gut verträglich und schnell verfügbar.
  • Mageres, gegartes Fleisch: Huhn, Pute oder Rind ohne Gewürze, Öl und Salz.
  • Ananas: in kleinen Mengen unbedenklich, siehe Dürfen Hunde Ananas essen.

Generell gilt: Sehr viele Obst- und Gemüsesorten werden in Maßen gut vertragen und eignen sich auch als gesunder Snack zwischendurch. Blähende Sorten wie Kohl und Hülsenfrüchte gibst du besser gekocht und in kleinen Portionen, sonst hast du am Abend ein anderes Thema, siehe unseren Ratgeber zu Blähungen beim Hund.

Übersicht der Lebensmittel, die Hunde fressen dürfen

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Gelbes Licht: In kleinen Mengen ungefährliche Lebensmittel

Gelbes Licht heißt: Ein bisschen schadet gesunden Hunden meistens nicht, regelmäßig oder in größeren Mengen wird es zum Problem. In dieser Gruppe entscheidet die Menge, und bei einigen Punkten auch die Zubereitung. Wenn dein Hund einen empfindlichen Magen hat, ist Gelb im Zweifel für ihn ein Rot.

Orange Ampel als Symbol für bedingt geeignete Lebensmittel für Hunde
  • Milch und Milchprodukte: zu viel Laktose kann auch beim Hund zu Magen-Darm-Verstimmungen führen. Gereifter Hartkäse und Naturjoghurt enthalten weniger Laktose als Frischmilch, siehe Dürfen Hunde Käse essen.
  • Gesalzenes Essen: Hunde sind deutlich empfindlicher gegenüber Salz als Menschen und reagieren schnell mit Magen-Darm-Symptomen oder Kreislaufschwäche. Wurst, Schinken, Käseecken und Chips fallen alle hierunter.
  • Fetthaltige Speisen: ein hoher Fettgehalt belastet die Verdauung, insbesondere die Bauchspeicheldrüse. Bratenfett, Sahnesoße und Frittiertes gehören nicht in den Napf.
  • Leber: eine kleine Menge deckt bereits den Vitamin-A-Tagesbedarf, bei zu viel Leberfütterung kann es zu einer gefährlichen Vitamin-A-Intoxikation kommen.
  • Mandarine: aufgrund des hohen Säuregehaltes sollten Mandarinen nur in kleinen Mengen gegeben werden, siehe Dürfen Hunde Mandarinen essen.
  • Erdnüsse: sehr fetthaltig und histaminreich, was Reaktionen auslösen kann. Immer ungesalzen und ohne Schokoladenmantel.
  • Haselnüsse: können Unverträglichkeiten auslösen, deshalb nur in kleinen Mengen füttern, siehe Dürfen Hunde Nüsse essen.
  • Pistazien: bei falscher Lagerung können sich gefährliche Schimmelpilze auf ihnen entwickeln.
  • Reife und geschälte Walnüsse: unreif und mit Schale durch einen giftbildenden Schimmelpilz oft lebensbedrohlich giftig, reif und geschält in kleinen Mengen unbedenklich.
  • Brot: kein Hefe- oder Sauerteig und am besten getrocknet verfüttern. Durch den hohen Getreideanteil potenziell allergieauslösend. Roher Hefeteig gehört klar in den roten Bereich.
  • Reife Tomaten, Paprika und Aubergine: hier hat sich lange ein Irrtum gehalten, siehe den eigenen Absatz weiter unten.
  • Nudeln und Haferflocken: gekocht und ungewürzt gut verträglich, aber energiereich. Als gelegentliche Beigabe in Ordnung, nicht als Sattmacher.
  • Mais: gekocht und vom Kolben gelöst unproblematisch. Der Kolben selbst ist gefährlich, weil er im Darm stecken bleiben kann.
  • Thunfisch aus der Dose: nur im eigenen Saft, abgespült und selten. Öl und Salz sind das Problem, nicht der Fisch.
  • Honig: in sehr kleinen Mengen unproblematisch, aber reiner Zucker. Für Welpen und Hunde mit Diabetes ungeeignet.

Reife Tomaten, Paprika und Aubergine: das Solanin-Missverständnis

Nachtschattengewächse gelten pauschal als giftig für Hunde, und das ist zu grob. Entscheidend ist der Reifegrad. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung sitzen die Alkaloide vor allem in unreifen, grünen Früchten sowie in grünen Stellen und am Stielansatz. Ausdrücklich heißt es dort zur reifen Tomate, dass man den grünen Stielansatz aus gesundheitlicher Sicht nicht wegschneiden muss.

Für den Napf heißt das: Grüne, unreife Tomaten, grüne Stellen an Auberginen, Blätter und Stängel der Pflanzen sowie rohe und vor allem gekeimte oder grüne Kartoffeln bleiben tabu. Reifes, rotes Fruchtfleisch von Tomate und Paprika in kleiner Menge ist dagegen kein Notfall. Details findest du in unseren Ratgebern Dürfen Hunde Tomaten essen und Dürfen Hunde Paprika essen.

Übersicht der Lebensmittel, die Hunde nur bedingt fressen dürfen

Rotes Licht: Was Hunde nicht essen dürfen

Rotes Licht bedeutet: Diese Lebensmittel gehören unter keinen Umständen in den Napf, und schon kleine Mengen können gefährlich werden. Wenn dein Hund etwas davon erwischt hat, wartest du nicht ab, sondern rufst in der Tierarztpraxis an. Das gilt auch dann, wenn er noch munter wirkt.

Rote Ampel als Symbol für giftige Lebensmittel für Hunde
  • Schokolade: je dunkler, desto gefährlicher. Das im Kakao enthaltene Theobromin kann zu Erbrechen, Durchfall und schweren Kreislaufbeschwerden mit Herzrhythmusstörungen führen.
  • Weintrauben und Rosinen: selbst kleine Mengen können lebensbedrohliche Nierenschäden auslösen. Als vermutetes toxisches Prinzip gilt inzwischen die Weinsäure. Mehr dazu in Dürfen Hunde Weintrauben essen.
  • Zwiebel, Knoblauch und Lauch: Schwefelverbindungen zerstören die roten Blutkörperchen deines Vierbeiners und können zu einer schweren Anämie führen. Das gilt roh, gekocht, getrocknet und als Pulver in Fertiggerichten.
  • Avocado: abgesehen vom sehr hohen Fettgehalt ist giftiges Persin enthalten, welches zu Herzschädigungen führen kann. Der Kern ist zusätzlich ein Verschluckrisiko.
  • Xylit, Birkenzucker und andere Zuckeraustauschstoffe: der Süßstoff kann bereits in kleinen Mengen eine starke Insulin-Ausschüttung bewirken, die eine lebensbedrohliche Unterzuckerung hervorruft. Xylit steckt in Kaugummi, zuckerfreien Bonbons, manchen Backwaren, Zahnpasta und einigen Nussmusen.
  • Rohes Schweinefleisch: abgesehen von generellen hygienischen Risiken kann über rohes Schweine- und Wildschweinefleisch eine nicht behandelbare, tödlich verlaufende Viruserkrankung übertragen werden, die Aujeszkysche Krankheit.
  • Macadamianüsse, Bittermandeln und Fruchtkerne: enthaltenes Amygdalin und eventuell auch weitere, noch ungeklärte Giftstoffe können bereits in kleinen Mengen lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen.
  • Muskatnuss: der Wirkstoff Myristicin löst Magen-Darm-Symptome bis hin zu Halluzinationen oder Krampfanfällen aus.
  • Rohe, grüne oder gekeimte Kartoffeln: hier steckt das Solanin, das zu Magen-Darm-Beschwerden und Nervenschädigungen führen kann. Auch das Kochwasser gehört weggeschüttet.
  • Alkohol: in jeder Form und Menge tabu, auch in Speisen wie Tiramisu oder Rumkugeln. Hunde reagieren deutlich empfindlicher als Menschen.
  • Koffein: Kaffee, Kaffeesatz, schwarzer Tee und Energydrinks wirken wie Theobromin auf Herz und Nervensystem.
  • Roher Hefeteig: geht im Magen weiter auf und bildet dabei Alkohol. Doppelt gefährlich, gerade bei großen Hunden.
  • Medikamente aus der Hausapotheke, zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol: Humanarzneimittel sind meistens nicht gut verträglich für den Hund. Kontaktiere bei Verzehr auf jeden Fall deine Tierarztpraxis.

Die oben stehenden Listen sollen einen guten Überblick geben und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn du unsicher bist, ob ein Lebensmittel geeignet ist, gilt die einfachste aller Regeln: erst nachschlagen, dann füttern.

Übersicht der Lebensmittel, die Hunde nicht fressen dürfen

Ab welcher Menge wird es gefährlich?

„Giftig" ist beim Hund fast immer eine Frage der Menge im Verhältnis zum Körpergewicht. Ein Labrador, der eine Rosine erwischt, ist ein anderer Fall als ein Chihuahua, der eine Handvoll frisst. Für drei der wichtigsten Risiken gibt es belastbare Richtwerte aus der veterinärtoxikologischen Fachliteratur.

100 mg/kg
Xylit: ab dieser Menge pro Kilogramm Körpergewicht droht eine Unterzuckerung
20 mg/kg
Theobromin: ab dieser Menge pro Kilogramm treten erste Symptome auf
1 pro 4,5 kg
Weintrauben: mehr als eine Frucht pro 4,5 kg Körpergewicht kann bereits riskant sein

Schokolade: wie viel ist zu viel?

Beim Theobromin gelten laut Merck Veterinary Manual etwa 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht als Schwelle für erste Symptome wie Erbrechen, 40 bis 50 mg/kg wirken auf das Herz, und ab etwa 60 mg/kg können Krampfanfälle auftreten. Zartbitterschokolade enthält 5,3 bis 5,6 mg Theobromin pro Gramm, Vollmilchschokolade 2,3 mg pro Gramm.

Praktisch übersetzt: Bei einem 10 kg schweren Hund liegen rund 37 g Zartbitterschokolade bereits im Bereich der ersten Symptome, bei Vollmilchschokolade sind es etwa 87 g. Weiße Schokolade enthält praktisch kein Theobromin, dafür sehr viel Fett und Zucker. Rechne im Ernstfall nicht selbst nach, sondern ruf an und nenne Gewicht, Sorte und Menge.

Xylit: die unterschätzte Gefahr

Xylit ist das Lebensmittel mit der niedrigsten Schwelle und der höchsten Verwechslungsgefahr, weil es in Produkten steckt, die niemand für Süßigkeiten hält. Ab etwa 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht droht eine Unterzuckerung, ab mehr als 500 mg/kg können schwere Leberschäden auftreten. Die Symptome zeigen sich oft schon innerhalb von 30 Minuten, können sich aber auch um 12 bis 18 Stunden verzögern. Genau deshalb ist Abwarten hier die falsche Entscheidung.

Verdacht auf Vergiftung: was du sofort tun musst

Wenn dein Hund etwas Giftiges gefressen hat, zählt Zeit mehr als alles andere. Ruf sofort in deiner Tierarztpraxis oder der nächsten Tierklinik an, auch nachts und auch dann, wenn dein Hund noch völlig normal wirkt. Bei vielen Vergiftungen setzen die Symptome erst nach Stunden ein, und dann ist das Zeitfenster für eine wirksame Behandlung oft schon zu.

  1. Anrufen, nicht abwarten. Nenne Rasse, Gewicht, was gefressen wurde, wie viel und wann.
  2. Verpackung oder Rest mitnehmen. Eine Zutatenliste ist im Zweifel wichtiger als eine Schätzung, gerade bei Xylit.
  3. Nichts eigenmächtig verabreichen. Kein Salz, keine Milch, keine Kohletabletten aus der eigenen Hausapotheke ohne Rücksprache.
  4. Ruhig halten und transportieren. Aufregung und Bewegung beschleunigen die Aufnahme des Giftstoffs.
  5. Symptome notieren. Erbrechen, Zittern, Speicheln, Durchfall, Wackeligkeit, veränderte Atmung, jeweils mit Uhrzeit.

Zu den Warnzeichen, die immer sofort in die Praxis gehören, zählen wiederholtes Erbrechen, blutiger Durchfall, Zittern oder Krampfanfälle, Taumeln, sehr blasse oder sehr dunkle Schleimhäute, starkes Speicheln und auffällige Apathie. Was welche Art von Erbrechen bedeutet, liest du in unserem Ratgeber Was tun, wenn dein Hund erbricht.

Wie viel darf vom Tisch in den Napf?

Auch unbedenkliche Lebensmittel gehören dosiert. Das Alleinfuttermittel ist so berechnet, dass es den Bedarf deines Hundes deckt. Alles, was zusätzlich dazukommt, verschiebt diese Rechnung: bei Energie, bei Calcium und Phosphor und bei den Vitaminen. Wer großzügig snackt und die Futtermenge nicht anpasst, hat nach einem halben Jahr einen anderen Hund auf der Waage.

Wie viel dein Hund insgesamt braucht, hängt von Gewicht, Alter, Rasse und Aktivität ab. Wenn du deine Basisration nicht sicher kennst, ist das der Ausgangspunkt für alles Weitere.

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Ein neues Lebensmittel testen: so gehst du vor

Neue Lebensmittel führst du einzeln ein, in kleiner Menge und mit Abstand. Gib nur eine neue Sache auf einmal und warte 48 Stunden, bevor die nächste dazukommt. Nur so erkennst du, worauf dein Hund reagiert, wenn es zu Durchfall, Blähungen, Juckreiz oder geröteten Ohren kommt.

  1. Klein anfangen: ein bis zwei Bissen, nicht eine halbe Portion.
  2. 48 Stunden beobachten: Kotkonsistenz, Blähungen, Juckreiz, Ohren, Pfotenlecken.
  3. Notieren: was, wie viel, wann, und was danach passiert ist.
  4. Bei Reaktion absetzen und das Lebensmittel für deinen Hund streichen, auch wenn es „eigentlich unbedenklich" ist.

Wenn dein Hund immer wieder mit Verdauung oder Haut reagiert, steckt das Problem oft nicht im Snack, sondern im Grundfutter. Wie du eine Futtermittelunverträglichkeit systematisch eingrenzt, steht in unserem Allergieguide. Und wenn du das Hauptfutter wechseln willst, mach es langsam, siehe Futterumstellung beim Hund.

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Was dürfen Welpen essen?

Für Welpen gilt dieselbe Ampel, nur strenger. Ihr Verdauungssystem ist empfindlicher, ihr Körpergewicht ist niedrig, und damit sinkt die Menge, ab der ein Giftstoff wirkt, entsprechend mit. Eine Rosine, die einem 30-kg-Hund nichts anhaben würde, ist für einen 3 kg schweren Welpen ein ganz anderes Ereignis.

Zwei Punkte sind bei Welpen besonders wichtig. Erstens: Das Wachstumsfutter ist auf ein präzises Verhältnis von Calcium und Phosphor abgestimmt. Wer viel zufüttert, bringt genau das durcheinander, und das kann sich auf die Skelettentwicklung auswirken. Zweitens: Halte die Extras klein und gib nur, was du auch kontrollieren kannst. Alles Weitere zum Start findest du in Dein Welpe zieht ein.

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FAQ

Was dürfen Hunde essen?

Hunde dürfen mageres gegartes Fleisch, gekochten und entgräteten Fisch, gekochtes Ei, Reis, gekochte Kartoffel und Süßkartoffel sowie die meisten Gemüse- und viele Obstsorten essen. Gut geeignet sind unter anderem Apfel ohne Kerngehäuse, Banane, Gurke, Karotte, Brokkoli, Kohlrabi, Zucchini, Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Mango ohne Kern. Die Basis bleibt immer ein hochwertiges Alleinfuttermittel.

Was dürfen Hunde auf keinen Fall essen?

Tabu sind Schokolade und Kakao, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch und Lauch, Avocado, Xylit und andere Zuckeraustauschstoffe, Alkohol, Koffein, Macadamianüsse, Bittermandeln und Fruchtkerne, Muskatnuss, roher Hefeteig, rohes Schweinefleisch sowie rohe, grüne oder gekeimte Kartoffeln. Auch Medikamente aus der menschlichen Hausapotheke gehören nie in den Hund.

Wie viel Schokolade ist für einen Hund gefährlich?

Entscheidend ist das Theobromin. Ab etwa 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht treten erste Symptome auf, 40 bis 50 mg/kg wirken auf das Herz, ab etwa 60 mg/kg drohen Krampfanfälle. Zartbitterschokolade enthält 5,3 bis 5,6 mg Theobromin pro Gramm, Vollmilchschokolade 2,3 mg pro Gramm. Für einen 10 kg schweren Hund liegen damit rund 37 g Zartbitterschokolade bereits im kritischen Bereich.

Dürfen Hunde Tomaten und Paprika essen?

Reifes, rotes Fruchtfleisch von Tomate und Paprika ist in kleinen Mengen kein Notfall. Problematisch sind unreife, grüne Früchte sowie Blätter, Stängel und Stielansatz, weil dort die Alkaloide am höchsten konzentriert sind. Das Bundeszentrum für Ernährung stellt klar, dass bei reifen Tomaten der grüne Stielansatz aus gesundheitlicher Sicht nicht entfernt werden muss.

Was tun, wenn mein Hund etwas Giftiges gefressen hat?

Ruf sofort in der Tierarztpraxis oder Tierklinik an, auch wenn dein Hund noch munter wirkt. Nenne Gewicht, Substanz, Menge und Zeitpunkt und nimm die Verpackung oder einen Rest mit. Löse niemals eigenmächtig Erbrechen aus, weder mit Salz noch mit Hausmitteln. Bei vielen Vergiftungen setzen die Symptome erst nach Stunden ein, deshalb ist Abwarten die falsche Entscheidung.

Wie viel darf mein Hund vom Tisch bekommen?

Als praxistaugliche Faustregel gilt, Snacks und Extras zusammen bei etwa einem Zehntel der Tagesration zu deckeln und diese Menge vom Hauptfutter abzuziehen. Das Alleinfuttermittel ist auf den Bedarf deines Hundes berechnet, jede Zugabe verschiebt Energie, Calcium, Phosphor und Vitamine. Wiege einmal ab, was an einem normalen Tag nebenbei im Napf landet.

Dürfen Welpen dasselbe essen wie erwachsene Hunde?

Grundsätzlich gilt dieselbe Ampel, aber strenger. Welpen haben ein niedrigeres Körpergewicht, deshalb wirken Giftstoffe schon in kleineren Mengen. Außerdem ist Wachstumsfutter auf ein präzises Verhältnis von Calcium und Phosphor abgestimmt, das durch großzügiges Zufüttern durcheinandergerät. Halte Extras bei Welpen deshalb besonders klein.

Unser Fazit

  1. Die Basis ist und bleibt ein hochwertiges Alleinfuttermittel. Alles vom Tisch ist Extra.
  2. Grünes Licht haben mageres gegartes Fleisch, Fisch, Ei, Reis, Kartoffel und die meisten Gemüse- und Obstsorten.
  3. Gelbes Licht bedeutet kleine Mengen: Milchprodukte, Nüsse, Brot, Leber, Salziges und Fettes.
  4. Rotes Licht gilt für Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebel und Knoblauch, Avocado, Xylit, Alkohol, Koffein, Macadamia, Muskat, rohen Hefeteig und rohes Schweinefleisch.
  5. Reife Tomaten und Paprika sind weniger kritisch als ihr Ruf, unreife und grüne Pflanzenteile dagegen sehr wohl.
  6. Xylit hat die niedrigste Schwelle: ab etwa 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht droht eine Unterzuckerung.
  7. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort anrufen, Verpackung mitnehmen und niemals eigenmächtig Erbrechen auslösen.
  8. Neue Lebensmittel einzeln testen, klein anfangen und 48 Stunden beobachten. Verträglichkeit ist individuell. 🐾

Quellen

  • Cristine Hayes (ASPCA Animal Poison Control Center): Xylitol Toxicosis in Dogs, Merck Veterinary Manual. Belegt: Hypoglykämie ab etwa 100 mg/kg, schwere Leberschäden ab mehr als 500 mg/kg, Symptombeginn innerhalb von 30 Minuten bis verzögert um 12 bis 18 Stunden.
  • Cristine Hayes (ASPCA Animal Poison Control Center): Chocolate Toxicosis in Animals, Merck Veterinary Manual. Belegt: erste Symptome ab etwa 20 mg/kg Theobromin, kardiotoxische Effekte bei 40 bis 50 mg/kg, Krampfanfälle ab etwa 60 mg/kg, Theobromingehalt 5,3 bis 5,6 mg/g in Zartbitter- und 2,3 mg/g in Vollmilchschokolade.
  • Cristine Hayes (ASPCA Animal Poison Control Center): Grape, Raisin, and Tamarind Toxicosis in Dogs, Merck Veterinary Manual. Belegt: Weinsäure als vermutetes toxisches Prinzip, Risiko ab mehr als einer Frucht pro 4,5 kg Körpergewicht.
  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Alkaloide in Kartoffeln, Auberginen und Tomaten (2025). Belegt: Solanin bildet sich in Kartoffeln unter Lichteinwirkung, höchste Alkaloidgehalte in unreifen Früchten, grünen Stellen und am Stielansatz, bei reifen Tomaten ist der grüne Stielansatz gesundheitlich unbedenklich.

Über die Autorin

Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Kleintierklinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team und unsere wissenschaftliche Arbeit findest du auf der Seite Über uns.